Fahrverbot in Offenbach

Die Unternehmen sind verunsichert

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Ein Fahrverbot würde 35 Prozent der in Offenbach angemeldeten Autos treffen. Die IHK fordert bessere Informationen für Betroffene und einen attraktiven ÖPNV.

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach laufen derzeit die Telefone heiß. Grund dafür sind nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Viele Unternehmen seien verunsichert, weil sie nicht wüssten, welche Folgen ein Fahrverbot für ihre Fuhrparks und Dieselautos der Mitarbeiter habe. 

„Es gibt viele Fragen, aber kaum Antworten“, stellte Weinbrenner gestern bei der Jahrespressekonferenz fest. Gemeinsam mit IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller forderte er das Land Hessen auf, eine Stelle einzurichten, um Betroffene mit Informationen zu versorgen. Ausnahmeregelungen sollten in allen betroffenen Städten gelten.

Nach Angaben der Kammer fielen in Offenbach 35 Prozent der rund 57.000 angemeldeten Fahrzeuge unter ein Fahrverbot. Auch für Pendler hätte es gravierende Folgen. Alleine aus Stadt und Kreis Offenbach pendeln laut IHK täglich 55.354 Menschen nach Frankfurt, umgekehrt fahren täglich 15.164 Pendler aus Frankfurt in die Region Offenbach. Viele nutzten auf dem Weg zur Arbeit das Auto.

Um Fahrverbote in Offenbach zu vermeiden, dürfe es keine Denkverbote geben, sagte Schoder-Steinmüller. „Die angedachten Pförtnerampeln meinen wir damit aber nicht.“ Gefragt seien vielmehr innovative Ideen, wie sie zum Beispiel der Regionalverband Frankfurt/Rhein Main bewiesen habe, der für Seilbahnen in Frankfurt werbe.

Die IHK Offenbach hat aber nicht nur die Autofahrer im Blick. Sie setzt sich auch für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Um die Mobilität in der Region sicherzustellen, müssten Schienenprojekte wie die Regionaltangente West und die Südtangente über den Offenbacher Hauptbahnhof realisiert werden. 

Wichtig sei aber auch, dass „der Verkehr rollt“, so die IHK-Präsidentin. Sie forderte das Land auf, die Planungskapazitäten „deutlich“ aufzustocken, um endlich mit dem Ausbau des Offenbacher Kreuzes und der A3 zwischen Offenbach und Hanau beginnen zu können.

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