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Schloss Offenbach

Ungeliebte Ruine

Alles außer Wohnungen – für das Schloss gab es diverse Pläne.

Was macht eine Stadt mit einem kaputten Schloss? Die Offenbacher wussten nicht so recht, was sie mit dem Bauwerk anfangen sollten, das ihnen mehr oder weniger gegen ihren Willen beim Kauf des Wildhof-Waldgebiets an der Gemarkungsgrenze zu Heusenstamm aufgedrückt wurde. Denn das 420 Hektar große Gelände war nur zu haben, wenn die Stadt auch Schloss und Park für 1,75 Millionen Euro von der Kurhessischen Hausstiftung abkaufte. Dass die Offenbacher eher widerwillig unterschrieben, ist aus alten Zeitungsberichten im Stadtarchiv zu erfahren.

Die gesamte Anlage war aus einem Herrenhaus entstanden, das Johann Georg Seifert von Edelsheim von 1678 an bauen ließ. Prinz Karl von Hessen-Kassel erweiterte es 1771 zu einem fürstlichen Landsitz und verkaufte es 1781 seinem Bruder Friedrich. Dieser ließ es Ende der 1780er Jahre zu einer dreiflügeligen Anlage ausbauen, 1840 wurde der Marstall gebaut. Im 19. Jahrhundert waren hier prominente Adlige zu Gast: der österreichische Kaiser Franz Joseph ebenso wie Russlands Zar Alexander III oder die dänischen Könige Christian IX. und Friedrich VII.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Bauunterhaltung für den zerbombten Mittelteil und die Seitenflügel, in denen vorübergehend Flüchtlinge untergebracht waren. Weitere Nutzungen des Ensembles aus Schloss, Park und Mausoleum neben der Schlosskirche wurden angedacht, aber nicht umgesetzt.

1953 berichtet die Offenbach Post, dass es bereits vor Jahren Pläne gegeben hatte, das Gebäude zu einem Sanatorium für hirnverletzte Soldaten umzubauen. Fazit des Artikels: Wie auch immer das Schloss genutzt werde, das im Grundriss für repräsentative Zwecke angelegte Gebäude sei keinesfalls für Wohnungen geeignet.

Anfang der 70er Jahre interessierte sich die European Business School für das Schloss, die Kraftwerkunion wollte ein Schulungszentrum dort einrichten. Die Pläne der Stadt für ein Jugendhaus oder Altenheim scheiterten an den errechneten Kosten von 7,5 Millionen Euro. Und erneut wurden die Pläne für den Bau von Wohnungen verworfen. Dafür stand der Abriss im Raum, der von der BIR verhindert wurde. (sia.)

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