Offenbach

Ultrafeinstaub regional messen

  • Silvia Bielert
    vonSilvia Bielert
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Der Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) spricht sich dagegen aus, ein kommunales Messgerät zusammen mit Mühlheim und Hanau anzuschaffen.

Offenbachs Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) spricht sich gegen die gemeinsame Anschaffung eines Messgerätes für durch Flugzeuge verursachten Ultrafeinstaub durch die Städte Offenbach, Mühlheim und Hanau aus. Wie berichtet, hatte Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) dies vorgeschlagen.

Weiß regt stattdessen an, dass sich die drei Städte beim hessischen Umweltministerium „für Messstellen in Überfluggebieten einsetzen“. Denn seiner Erfahrung nach bestehe bei „Ministerien, Landesämtern und Gerichten keine Akzeptanz“ für „Messergebnisse nicht offizieller Stellen“, zu denen auch kommunale Messgeräte gehörten. Zumal die gemessenen Werte den Qualitätsstandards selten genügten, so Weiß. Und wenn doch, sei ihre Erhebung aufwendig und „sehr teuer“.

In einer Veranstaltung der Bürgerinitiative Luftverkehr in Offenbach und der Stadt mit zwei Experten Ende November, hatte sich gezeigt, dass Messergebnisse sehr verschieden interpretiert werden können. Ultrafeinstaub ist eine Mischung aus Stoffen mit unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften, deren Partikel weniger als 100 Nanometer groß sind. Ob er gesundheitsschädlich ist, ist umstritten. EU-Grenzwerte gibt es laut Stadt nur für größere Partikel mit zehn und 2,5 Mikrometern Durchmesser.

Weiß plädiert dafür, Ultrafeinstaub über eine große Fläche zu untersuchen, die Messgeräte dafür müssten nicht unbedingt in Offenbach stehen, sollten aber miteinander vernetzt sein. Die regionalen Informationen sollte das Landesumweltamt auswerten und „den betroffenen Kommunen zugänglich“ machen. Erst mit diesen Daten plus „Erkenntnissen über die Wirkungen“ der Partikel auf die Gesundheit, könnten EU-Grenzwerte gefordert werden.

Weiß will das Thema in einer der nächsten Fluglärmkommissionssitzungen auf die Tagesordnung setzen.

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