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Die Diplomanden der Hochschule für Gestaltung stellten ihre Abschlussarbeiten vor.
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Die Diplomanden der Hochschule für Gestaltung stellten ihre Abschlussarbeiten vor.

HFG Diplom

Wo das Tuch Musik macht

  • VonFrank Sommer
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Die Absolventen der Hochschule für Gestaltung stellen ihre Abschlussarbeiten vor. Für viele Arbeiten haben sich die Studenten mit Firmen zusammengetan. Häufig stehen die Pflege und der Betreuungsbereich im Fokus.

"Weshalb nur ist da vorher keiner draufgekommen? So etwas hätte ich nach der Schwangerschaft gut gebrauchen können." Die Frau, die das ihrem Mann zuflüstert, steht vor einem weißen Damentop, das mit kleinen, blauen Applikationen versehen ist. Die ungefähr knopfgroßen Teile sind winzige Vibrationsmotoren mit Batterien, die Unterwäsche ist eine clevere Lymphdrainage, um Schmerzen in der Brust zu behandeln. "Vibracare" nennt sich die Funktionsunterwäsche, die in der ehemaligen Schlosskapelle ausgestellt ist. Es ist die Abschlussarbeit von Özge Köroglu, Absolventin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG).

Köroglu und 18 weitere Absolventen des Bereichs Produktgestaltung haben am Freitag in der Aula der Hochschule ihre Diplome erhalten. Jetzt stellen sie Professoren, Studenten, Eltern und Freunden ihre Arbeiten vor. "Heilsame Dinge für Gesellschaft und Industriekultur" nennt HfG-Präsident Bernd Kracke die Arbeiten der Diplomanden, hinter all den eingereichten Entwürfen stehe ein „gutes Stück Gründungs- und Beratungskultur für Unternehmen in aller Welt“.

Für viele Arbeiten sind die Studenten auf Firmen oder Organisationen zugegangen und haben mit ihnen zusammengearbeitet. Ein Konzept, das von der Hochschule ausdrücklich gefördert wird. Tina Blau zum Beispiel hat mit der im Kunststoffsektor tätigen Firma Frank ein neuartiges Handschweißgerät konzipiert. "Bisherige Geräte sind groß und unpraktisch, beim Arbeiten muss ständig eine neue Arbeitsposition eingenommen werden", erklärt Blau. Sie hat ein Gerät entworfen, das wesentlich kleiner ist und eine neue, diagonale Griff-Form aufweist. Ein Umgreifen ist dadurch nicht mehr nötig.

Viele Ideen für die Pflege

Auffällig ist, wie viele Entwürfe für den Pflege- und Betreuungsbereich die Studierenden erstellt haben. Jil Nixdorffs etwa präsentiert ein neuartiges Pflegebett, das raumsparend ist und der menschlichen Körperhaltung nachempfunden. Durch einzelne Segmente soll es leicht zu reinigen und Haltungsschäden vorbeugen. Dane Smith-Hornes mobiler Dentalstuhl für die Zahnbehandlung in der häuslichen Pflege lässt sich wie ein Koffer zusammenklappen und auf Rollen leicht transportieren.

Pfiffige Ideen gibt es einige zu bestaunen, etwa "Soundtextilien". "Das macht richtig Musik!" – zwei Studentinnen stehen staunend vor Lilian Dedios Diplomarbeit. Vor ihnen liegt ein unscheinbares Tuch. Doch sind darin hauchdünne Kupferdrähte, die wie eine Spule funktionieren und Schwingungen und Schallwellen erzeugen. Immer wieder bleiben einige Besucher ungläubig stehen und lauschen den Klängen.

"Könnte ich mir gut für Clubs vorstellen", meint ein Student, "das würde auch gut zu den Lichtstoffen passen". Diese Lichtstoffe hat Sophia Polywka vorgestellt: Durch eingewebte Lichtfasern, mit angeschlossenen, programmierbaren LED-Leuchten erzeugen sie einen wahren Farbenrausch.

Daniel Daub hat ein Bio-Projekt für Schulklassen entwickelt, eine Aufzuchtstation für Küken. "Wachsen Chicken Nuggets eigentlich auf Bäumen?", heißt sein Projekt, das er bereits in einer fünften und sechsten Klasse des Mühlheimer Friedrich-Ebert-Gymnasiums erprobt hat. Im eigens entworfenen Brutkasten können Kinder zusehen, wie ein Küken schlüpft und es aufziehen, bis es an einen Bauernhof abgegeben wird. "Für die Kinder war das eine unheimlich spannende Erfahrung", sagt Daub. Die Zeit an der Schule hat dem Absolventen so gut gefallen, dass er nun ein zweites Studien begonnen hat. Er will Biologielehrer werden. Und Offenbacher Designideen weitertragen.

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