Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Trauerhalle aus dem Jahr 1968 wird erneuert. Was mit den Fenstern vom Künstler Bernd Rosenheim passiert ist noch unklar.
+
Die Trauerhalle aus dem Jahr 1968 wird erneuert. Was mit den Fenstern vom Künstler Bernd Rosenheim passiert ist noch unklar.

Offenbach

Trauerhalle wird erneuert

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
    schließen

Die Stadtverordneten stimmen Teilabriss mit Neubau für sechs Millionen Euro auf dem Neuem Friedhof zu. Nur die SPD stellt sich quer.

Zumindest in einem Punkt waren sich alle Offenbacher Stadtverordneten am Donnerstagabend einig: Der Zustand der Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof ist eines Ortes der Trauer unwürdig. Sie ist unter anderem nicht barrierefrei, die Räume haben Probleme mit Schimmel und es gibt Risse in Decken und Wänden. Nach einer fast einstündigen Diskussion stimmte die Mehrheit der Stadtverordneten für einen Neubau mit Teilabriss des alten Gebäudes. Die Linke enthielt sich, die SPD stimmte dagegen und hatte sogar für eine Streichung von der Tagesordnung plädiert, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Unklar ist, was mit den Glasfenstern des in Offenbach geborenen Künstlers Bernd Rosenheim in den Flügeltüren und unter dem Dach geschieht. Rosenheim hatte der Stadt mit juristischen Schritten gedroht, falls sie für einen Teilabriss stimmen sollte. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagte Stadtrat Peter Freier (CDU). „Man kann das Kunstwerk ausbauen, solange es nicht in entwürdigender Art und Weise geschieht. Oder wir bauen es aus und geben es dem Künstler zurück.“ Eine dritte Möglichkeit, eine Integration in den Neubau, sei aufgrund des „Charakters von Herrn Rosenheim nicht einfach“. Freier will noch einmal prüfen lassen, was mögliche Regressforderungen des Künstlers bedeuten würden.

Die SPD hatte die von ihr gewünschte Aufschiebung der Abstimmung damit begründet, dass es keine Bürgerbeteiligung für das Projekt gegeben habe. Schließlich habe die ESO, die Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft, zwei Alternativen aufgezeigt: einen Neubau mit Teilabriss oder eine Sanierung. Diese wäre mit 6,8 Millionen Euro um rund 800 000 Euro teurer als der Neubau ausgefallen. Die jährlichen Betriebskosten wären bei dieser Variante mit knapp 51 600 Euro ebenfalls höher als bei einem Neubau (rund 36 000 Euro).

„Es kann nicht sein, dass ein weltlicher Sakralbau mit mystischem Lichterlebnis einer neuen Trauerhalle mit dem Charme einer Gymnastikhalle weicht“, sagte Holger Hinkel von der SPD. Mit dieser Beschreibung stand er ziemlich allein da. Dominik Schwagereit (FDP) nannte die Halle einen „dunklen und unfreundlichen Ort“, solange die Sonne nicht einstrahle. „In der Sache geht es um eine Trauerhalle, die als solche zunächst mal ein Funktionsgebäude darstellt“, betonte Andreas Bruszynski (CDU) und zählte die Vorteile eines Neubaus auf: die Verbesserung für die Mitarbeiter:innen, die Ausrichtung auf eine interkonfessionelle Nutzung, Barrierefreiheit, eine Erweiterungsmöglichkeit für das Krematorium und mehr Flexibilität bei der Größe von Trauerfeiern.

Peter Freier ergänzte in Richtung SPD: „Wenn einem dieses Gebäude so wichtig war, hätte sich das im entsprechenden Handeln in den vergangenen Jahren auch so ausgedrückt.“ Aufgrund von Corona sei keine Präsenzveranstaltung, sondern nur ein Bürgerinformationsvideo möglich gewesen. „Wenn das Interesse so groß gewesen wäre, hätten sich das mehr als 117 Leute angeschaut“, schloss Freier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare