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Die Pfandringe blieben meist leer.

Für Pfandflaschen

Test mit Pfandringen in Offenbach gescheitert

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Pfandringe und Pfandblumen an Abfallkörben in Offenbach waren gut gemeint, doch der Test zeigt: Das Projekt ist gescheitert. Der Versuch kostete 24 500 Euro.

Die Absicht, mit sogenannten Pfandringen und Pfandblumen an Abfallkörben und Laternenmasten Menschen das unwürdige Wühlen in Abfalleimern zu ersparen, war gut gemeint gewesen. Aber nach einjähriger Testphase ist klar: Das Modellprojekt, das die Koalition von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern 2017 initiiert hatte, ist gescheitert.

Die erhoffte Unterstützung für die Pfandsammler sei nicht erfolgreich gewesen, schreibt Bürgermeister Peter Freier (CDU) im Abschlussbericht. Er empfiehlt deshalb den Stadtverordneten, das Projekt nicht fortzuführen. Anschaffung und Installation der 50 Pfandringe und Pfandblumen, die im August 2017 in der Innenstadt, auf dem Maindamm und im Hafengebiet angebracht worden waren, hatten 10 500 Euro gekostet. Leerung, Reinigung und Reparaturen hatten mit zusätzlich 14 500 Euro zu Buche geschlagen.

Durch die gut sichtbar deponierten Pfandflaschen oder -dosen sollte ein Durchwühlen der Papierkörbe vermieden und gleichzeitig eine bessere Wiederverwertung der Wertstoffe erreicht werden. Dies ist nicht gelungen. Dem Bericht zufolge wurden in zwölf Monaten nur an zwei Tagen insgesamt zwei Pfanddosen und eine leere Pfandflasche festgestellt.

Beliebt waren die Halterungen dagegen bei Coffee-to-go-Nutzern. Städtische Mitarbeiter fanden laut dem Bericht bei ihren täglichen Kontrollen ständig Kaffeebecher, aber auch pfandfreie Dosen in den Ringen, die sie dann entfernen mussten, während Pfandflaschen weiter in den Abfallkörben landeten.

Nach Angaben der Stadt zeigten sich die Pfandsammelnden „völlig unbeeindruckt“ von den Pfandringen. Sie hätten nach wie vor konsequent alle Papierkörbe durchsucht. „Hier blieb der erhoffte Erfolg aus“, so Freier.

Auch die ohnehin geringe Anzahl von Pfandflaschen in den Mülleimern habe sich durch die Pfandringe nicht nennenswert verändert, heißt es. Das Fait der Stadt: „Der Nutzen eines Pfandringsystems steht in keinem sinnvollen Verhältnis zu dessen finanziellem Aufwand.“

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