Offenbach

Die Wege angenehmer machen

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Grüne organisieren Mobilitätsmesse mit Podiumsdiskussion auf dem Goetheplatz.

Mobil im Quartier“ lautet das Motto, unter dem die Offenbacher Grünen am Samstagnachmittag eine kleine Mobilitätsmesse mit anschließender Diskussion auf dem Goetheplatz organisiert haben. Bei strahlendem Sonnenschein und in den Sommerferien ein gewagtes Unterfangen, zieht es die Menschen dann doch eher zu Festen oder an den Badesee. Rund 80 Besucher haben sich dennoch auf dem Goetheplatz eingefunden, um sich über Verkehrskonzepte zu informieren oder auf Tafeln schriftlich festzuhalten, woran es im städtischen Verkehr hakt.

Letzteres ließ sich am Samstag auch gut rund um den Goetheplatz beobachten: Da wurde in zweiter Reihe oder gleich auf dem Gehweg geparkt und Radfahrer beanspruchten die Bürgersteige für sich und klingelten Passanten herunter auf die Straße. „Von einem fairen Miteinander ist hier in der Stadt wenig zu sehen“, sagt eine Besucherin.

„Zugeparkte Gehwege“ und „hochstehende Gehwegplatten als Stolperfallen“ werden von Besuchern auf Tafeln moniert. „Gerade beim Thema Stolperfallen wäre es schön, wenn sich mehr tun würde“, sagt Dirk Dänner vom Seniorenbeirat.

Mit seiner Kollegin Ingrid Breitenbach verteilt er Fragebögen zum Thema „Bewegung in der Stadt“. „Ein Erfassungskataster für Stolperfallen ist im Gang – aber besser wäre es, diese endlich zu beseitigen“, sagt Dänner.

Mit der Feststellung, dass es etwa vor Seniorentreffs zu wenig Parkplätze gebe, steht der Seniorenbeirat eher allein auf der Messe. Fußgänger- und Radverkehr sind wenig überraschend die stärker vertretenen Themen. So etwa die Initiative Radentscheid Frankfurt, die sich unbeeindruckt von den jüngsten Ereignissen in Darmstadt zeigt. Dort hatte der Magistrat auf Anraten des Städtetags von einem Bürgerentscheid wegen Mängeln bei der Finanzierung abgesehen. „Ich kenne nicht das Darmstädter Finanzierungskonzept, aber wir haben einen sehr fundierten Vorschlag“, sagt Alexander Breil von der Initiative. Er hofft, dass parallel zur Landtagswahl die Frankfurter Wähler auch über eine fahrradfreundlichere Stadt abstimmen können.

Radfreundlicher möchte die Ortsgruppe des ADFC Offenbach machen, gemeinsam mit der Stadt sind Fahrradstraßen geplant. „Das Projekt kommt gut voran“, sagt Detlev Dieckhöfer vom ADFC. Zwar hätten nicht alle Umliegerkommunen mitgezogen, um fahrradfreundliche Verbindungen nach Offenbach zu schaffen, doch sei man auf einem gutem Weg. Ein Wehrmutstropfen aber gibt es: Eine Asphaltsanierung für eine ebene Straßenoberfläche ist nicht in dem Förderprogramm enthalten.

„Wir müssen erreichen, dass die Straßen für Fußgänger und Radfahrer angenehmer werden“, sagt Grünen-Stadtverordnete Sybille Schumann bei der anschließenden Diskussion mit dem grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und dem den Grünen nahestehenden Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim. Die Nahmobilität sei zu lange nur auf Pendler fixiert gewesen, nun müsse die Mobilität im Quartier gefördert werden, sagt Monheim. Dazu gehöre auch, die Gehwege attraktiver zu gestalten.

In die Zukunft zu denken, dazu rät der grüne Stadtverordnete Edmund Flößer-Zilz. „Das autonome Fahren wird schneller kommen, als manche denken. Deshalb müssen wir unsere Städte auf diese Smart-City vorbereiten“, sagt er, „und weg vom Auto denken.“

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