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Superwetter aus Offenbach

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Henning Weber (Wetterdienst) am neuen Superrechner.
Henning Weber (Wetterdienst) am neuen Superrechner. © Dedert/dpa

Ein neuer Hochleistungsrechner macht die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes präziser und schneller. Der Computer kann mit Hilfe hochkomplexer Modelle den Verlauf des Wetters bis zu sieben Tage im voraus prognostizieren.

Ein neuer Hochleistungsrechner des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll Vorhersagen und Unwetterwarnungen schneller und präziser machen. Zugbahnen wie die von Orkantief „Xaver“ könnten mit dem System in Zukunft genauer vorausgesagt werden, sagte DWD-Präsident Gerhard Adrian am Freitag bei der Vorstellung des rund 24 Millionen Euro teuren Computers in Offenbach.

Der Rechner mit einer Leistungsfähigkeit von mehr als 30.000 handelsüblichen PCs läuft seit einer Woche. Er verfügt über eine deutlich höhere Kapazität als sein Vorläufer. Zugleich verbraucht er wesentlich weniger Strom und Platz. „Je höher die verfügbare Leistung, desto genauer sind die Lösungen, die das Wetter der nächsten Stunden und Tage beschreiben“, sagte Adrian. Jedes neue Computersystem verbessere die Vorhersage und die Warnmeldungen. Aktuell sei eine Prognose über sechs Tage wesentlich genauer als eine 48-stündige Vorhersage in den 1970er Jahren.

Zeitgewinn bei Unwetterwarnungen

Das neue System simuliert mit Hilfe hochkomplexer Modelle detailliert den Verlauf des Wetters bis zu sieben Tage im voraus. Basis sind Millionen von Datensätzen, die weltweit gesammelt werden. Daraus errechnet der Computer viele parallele Vorhersagen mit jeweils verschiedenen Ausgangszuständen. Aus dem Gesamtergebnis leiten die Meteorologen die Wahrscheinlichkeit einer Wettersituation ab.

Das passiert künftig nicht nur zügiger, sondern auch für wesentliche kleinere Regionen. Bei Unwetterwarnungen bringt das System einen Zeitgewinn von wenigen Stunden. Praktisch profitieren davon unter anderem Katastrophenschützer, Feuerwehren, Räumdienste, Energieversorger und Fluggesellschaften.

Der Supercomputer wurde von einer amerikanischen Firma gebaut. An dem System ist auch die Bundeswehr beteiligt.

Das knapp vier Jahre alte Vorgängermodell läuft noch bis ins nächste Jahr parallel zum Nachfolger und wird anschließend verschrottet. dpa

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