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TM Stevens in der Schule

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Von: Madeleine Reckmann

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Tanzend zur Bühne: TM Stevens bringt Schwung und Lebensfreude in die Rudolf-Koch-Schule.
Tanzend zur Bühne: TM Stevens bringt Schwung und Lebensfreude in die Rudolf-Koch-Schule. © Weis

Vor seinem Auftritt im KSK Sandgasse trifft sich der berühmte Bassist mit Jugendlichen - und lässt die Schulband gleich aufblühen.

Christabels Erwartungen an TM Stevens sind hoch. „Die Leute, mit denen er gearbeitet hat, sind Vorbilder, ich möchte etwas von ihm lernen“, sagt die 17 Jahre alte Schülerin der Rudolf-Koch-Schule, die selbst Saxofon, Schlagzeug und Bass in einer Band spielt. Die Stimmung im Musiksaal ist angespannt. Die Schüler warten auf einen der weltbesten Rock-, Jazz- und Funkbassisten. Mit Miles Davis, James Brown, Tina Turner und Carl Palmer von Emerson, Lake & Palmer hat TM Stevens schon Musik gemacht. Özge, 18, und Laila, 17, sind gespannt, ob er sie davon überzeugen kann, dass Rockmusik doch nicht so schlecht ist. Sie hören ja lieber Rhythm and Blues. Jemand lässt schon mal Rockmusik laufen.

Kaum erscheint er in der Tür, wird gejohlt. Der Mann mit den Rastalocken tanzt zur Bühne, sein „Baby“, die Bass-Gitarre, auf dem Rücken. „Folgt euren Träumen, dann folgen eure Träume euch“, sagt er auf Englisch. Seine Träume leben, das ist seine Botschaft.

TM Stevens möchte junge Menschen „enpowern“, etwas aus ihrem Leben zu machen. Er ist gerade auf Europatour, vorgestern Bonn, gestern Abend KSK Sandgasse Offenbach, wo er schon mehrmals auftrat, und er nutzt die Gelegenheit, mit Jugendlichen zusammenzukommen. „Ich bin ein Mann aus dem Nichts“, erzählt er, die Möbel hätten schon auf der Straße gestanden, weil „Mum“ die Miete nicht bezahlen konnte, und jetzt sei er ganz oben. Und dann kommt er, der berühmte Satz, TM Stevens sagt ihn mit ausgestrecktem Arm: „Yes, we can!“ Oh Yeah.

Er hat Hornhaut auf dem Daumen, die kommt vom Slapping: auf die Saite schlagen anstatt sie zu zupfen. Mit Slapping, erklärt er, habe Larry Graham angefangen, weil kein Drummer da war. Christabel hört genau zu, was der Star sagt. „Und der spezielle Groove-Sound“, will sie wissen. Den habe er von B.B. King, sagt Stevens. Groove, dieser unregelmäßige, verzögerte oder vorausspringende Rhythmus, sei wichtiger als jeder „Schnickischnacki“. TM Stevens streut deutsche Worte in sein Englisch. „Auflauf“ ist so eines. „Nie etwas wegnehmen, nur dazutun“, erklärt er, das gibt einen „great Auflauf“. Die Schüler lachen. Der Auflauf ist eine Art Universalkunst, denn TM Stevens liebt nicht nur jede Musik, sondern auch die bildende Kunst.

Die Schulband hat einen Auftritt vorbereitet. Hört sich gut an, vielleicht etwas brav. TM Stevens springt auf die Bühne, stellt sich hinter den Bassisten Gerrit, hält mit ihm den Bass fest und zeigt, wie kraftvoll es klingen muss. „Du bist Capt’n Kirk“, sagt er zum Drummer, du kommandierst die Band, sei ein Gorilla, fest, mit Schwung, Kraft und Lebensfreude. Die Schulband hört sich gleich anders an. Özge und Laila sind mit Begeisterung dabei. Rockmusik ist wohl doch nicht so schlecht.

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