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In Deutschland geht die Nachfrage bei Kraftwerksneubauten zurück: Siemens will die Sparte Energy Solutions umsiedeln.
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In Deutschland geht die Nachfrage bei Kraftwerksneubauten zurück: Siemens will die Sparte Energy Solutions umsiedeln.

Siemens

Stellenabbau bei Siemens

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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In Offenbach will Siemens bis zu 500 Arbeitsplätze streichen. Zudem plant der Konzern, in Asien einen neuen Standort zu eröffnen.

Nach dem massiven Stellenabbau bei Manroland droht Offenbach nun erneut der Verlust von vielen qualifizierten Arbeitsplätzen: Am Standort von Siemens in der Kaiserleistraße wird Personal abgebaut. Von bis zu 500 Stellen war nach einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstagabend die Rede.

Diese Zahl wollte das Unternehmen gestern aber nicht bestätigen. Generell wolle Siemens auf den Märkten wettbewerbsfähiger werden, sagte Referent Christian Wilson gestern auf Anfrage. Siemens plant, so bald wie möglich in Asien einen neuen Standort zu eröffnen. Dort erhofft man sich neue Marktchancen für die betroffene Unternehmenseinheit Energy Solutions, deren Angebote in Europa kaum noch nachgefragt werden. Sie ist innerhalb des Unternehmens auch an den Standorten Erlangen und Wien vertreten.

Energy Solutions bietet Kraftwerksneubauten schlüsselfertig an. Dieser Markt schwächelt in Europa gravierend. Zwar seien die von Siemens gebauten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GUD) eine „technische Superlösung“, wie der Unternehmensreferent schwärmt: flexibel in der Produktion und mit einer deutlich besseren C02-Bilanz als die alten Kohlekraftwerke.

Doch die großen Stromerzeuger seien nicht nur wegen der Eurokrise, sondern auch wegen der deutschen Energiepolitik zurückhaltend, in diese Technologie zu investieren. Stattdessen würden alte Kraftwerke länger am Netz gehalten.

Erschwerend komme für die Sparte Energy Solutions hinzu, dass sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Mitbewerber vergrößert hat und dadurch die Preise fallen. Gleichzeitig gebe es aber Regionen in Asien und im Mittleren Osten, wo der Markt für solche GUD-Kraftwerke wachse.

„Wir wollen näher am Kunden sein und deshalb so bald wie möglich in Asien einen neuen Standort eröffnen. In welchem asiatischen Land dies sein werde, wollte Wilson noch nicht mitteilen.

Der Stellenabbau in Offenbach solle aber so sozialverträglich wie möglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen, sagte Wilson. In den kommenden Gesprächen mit den Mitarbeitern könnte auch eine Übernahme am künftigen asiatischen Standort eine Option sein, „aber Siemens ist ein großes Unternehmen, wir können auch woanders Leute unterbringen.“

Bis 2016 soll der Stellenabbau vollzogen sein, die Einheit Energy Solutions soll es aber auch am Standort Offenbach weiterhin geben. Wie viele Mitarbeiter in dieser Sparte beschäftigt sind, konnte der Siemens-Mitarbeiter nicht sagen, insgesamt gibt es in Offenbach ein Stammpersonal von 1100 Stellen. Die Sparte Energy Solutions beschäftigt insgesamt 13800 Mitarbeiter.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider sagt, der Geschäftsführer von Siemens Offenbach, Dirk Steding, habe ihn bereits über die Pläne des Unternehmens informiert, aber keine Zahlen genannt. Es sei für Offenbach zwar keine gute Nachricht, wenn einer der größten Arbeitgeber der Stadt seine Belegschaft verkleinere. „Aber ich bin optimistisch, dass es in einer überschaubaren Größenordnung passiert.“

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