Nur gemeinsam können kommunale Krankenhäuser bestehen. Dieser Überzeugung ist Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Offenbach. Die Verhandlungen mit den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) werden mit Hochdruck vorangetrieben.
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Nur gemeinsam können kommunale Krankenhäuser bestehen. Dieser Überzeugung ist Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Offenbach. Die Verhandlungen mit den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) werden mit Hochdruck vorangetrieben.

Rhein-Main-Klinikverbund

Stark mit Partnern

Von der Idee, einen Rhein-Main-Klinikverbund zu schaffen, ist zwar nur eine abgespeckte Version übrig - doch ein Zusammenschluss des Klinikums Offenbach mit Wiesbaden wird immer konkreter.

Von Angelika Ohliger

Nur gemeinsam können kommunale Krankenhäuser bestehen. Dieser Überzeugung ist Hans-Ulrich Schmidt. Der Geschäftsführer des Klinikums berichtete vor rund 500 Besuchern beim Neujahrsempfang in der Eingangshalle des fast vollendeten Neubaus von den Plänen, die dabei helfen sollen, das Überleben zu sichern. Die Verhandlungen mit den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) werden mit Hochdruck vorangetrieben.

Im späteren Gespräch erläuterte er, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte. Schmidt hält ein Holding-Modell für realistisch. Unter einem Dach würden beide Häuser eigenständig bleiben. Nachdem die Aufsichtsräte von Klinikum und HSK entsprechende Grundsatzbeschlüsse gefasst hätten und der Offenbacher Magistrat "dem Grunde nach" zugestimmt habe, liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Projektleiter sind Schmidt und HSK-Geschäftsführer Holger Strehlau. Bis zum Sommer will Schmidt alles unter Dach und Fach haben, damit zum 1. Januar 2011 der Plan in die Tat umgesetzt werden kann - vor den Kommunalwahlen im Frühjahr 2011. Deshalb sei der Zeitplan so "ambitioniert".

Von der Idee, einen Rhein-Main-Klinikverbund zu schaffen, ist damit nur eine abgespeckte Version übriggeblieben. Doch das kommunale Krankenhaus in Darmstadt bleibe weiter kooperativ verbunden und werde über alles informiert. Das Klinikum in Hanau habe jedoch zunächst eigene Probleme zu bewältigen. "Die Holding ist darauf angelegt, zu wachsen", sagte der Geschäftsführer. "Wir müssen aber zeigen, dass es funktionieren kann."

Einen weiteren Partner will Schmidt ins Boot holen, wenn es um den Ausbau des Versorgungszentrums Rhein-Main-Wetterau geht. Dort kooperieren Klinikum, HSK und das Gesundheitszentrum Wetterau. Bis 2011 soll das Klinikum Höchst in die Kooperation einsteigen, die das Logistikzentrum betreibt und den gesamten Einkauf gemeinsam erledigt.

"Wir wollen das kommunale System erhalten", sagte Stadtkämmerer Michael Beseler, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum-Gesellschaft, während des Neujahrsempfangs. Allerdings habe das Haus noch eine "gewisse Durststrecke" vor sich. Deshalb solle der Sanierungstarifvertrag "letztmalig" verlängert werden.

Ein schwieriges Thema, wie Beseler weiß: "Ein Gesundheitssystem, in dem zum Beispiel Krankenschwestern auf einen Teil ihres hart erarbeiteten Lohns verzichten müssen, dürfte es eigentlich nicht geben."

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