Gießkannen auf dem Alten Friedhof in Offenbach. Wenn ein Mensch allein stirbt, vielleicht sogar in seiner Wohnung gefunden wird, und sich niemand verantwortlich fühlt, sucht zunächst die Polizei nach Angehörigen. Findet sie niemanden, der sich um die Beerdigung kümmert, gibt sie die Angelegenheit an das Ordnungsamt weiter, schildert Amtschef Peter Weigand den klassischen Fall. Das passiere in Offenbach 40 bis 50-mal im Jahr.
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Gießkannen auf dem Alten Friedhof in Offenbach. Wenn ein Mensch allein stirbt, vielleicht sogar in seiner Wohnung gefunden wird, und sich niemand verantwortlich fühlt, sucht zunächst die Polizei nach Angehörigen. Findet sie niemanden, der sich um die Beerdigung kümmert, gibt sie die Angelegenheit an das Ordnungsamt weiter, schildert Amtschef Peter Weigand den klassischen Fall. Das passiere in Offenbach 40 bis 50-mal im Jahr.

Sterberegister

Die Stadt als Nachlassverwalter

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Wer keine Verwandten hat, die sich im Fall seines Todes um Beerdigung und Nachlass kümmern, für den übernimmt die Stadt auf Wunsch diese Aufgabe. Kaum jemand nutzt die Möglichkeit bisher.

Menschen, die wissen, dass sie keine Angehörigen haben, die sich um ihre Beerdigung kümmern, können sich in Offenbach in ein Sterberegister eintragen. Dort können Frauen und Männer angeben, wo und wie sie beigesetzt werden wollen, ob es ein Familiengrab gibt, wer benachrichtigt werden soll und wie das Grab gepflegt werden soll.

Diese Möglichkeit besteht zwar schon seit zehn Jahren, ist aber kaum bekannt. Bisher hat Jutta Rauschkolb vom Ordnungsamt erst vier Erklärungen in ihrem Ordner. Deshalb wollen evangelische und katholische Kirche, Diakonie und Ordnungsamt verstärkt dafür werben.

Wenn ein Mensch allein stirbt, vielleicht sogar in seiner Wohnung gefunden wird, und sich niemand verantwortlich fühlt, sucht zunächst die Polizei nach Angehörigen. Findet sie niemanden, der sich um die Beerdigung kümmert, gibt sie die Angelegenheit an das Ordnungsamt weiter, schildert Amtschef Peter Weigand den klassischen Fall. Das passiere in Offenbach 40 bis 50-mal im Jahr.

Findet auch das Amt niemanden, wird der Tote zunächst auf Kosten des Staates in einem anonymen Grab beigesetzt. Gerade das möchte Gerd Martus von der Diakonie verhindern. Er arbeitet seit vielen Jahren in der Teestube und in der Beratung von obdachlosen oder einsamen Menschen. So sei vor einigen Jahren fast eine Frau anonym beigesetzt worden, von der er wusste, dass sie sogar ein Familiengrab besaß. Das konnte aber wiederum das Ordnungsamt nicht wissen.

Um solchen Missverständnissen vorzubeugen, gibt es das Sterberegister. Der erste, der sich jetzt eingetragen hat, ist ein 64-jähriger gebürtiger Deutscher, der länger als 40 Jahre in den USA lebte, keine Kinder und auch sonst keine Verwandten mehr hat. Er hat aber Freunde, und einer von ihnen sowie die Teestube sollen benachrichtigt werden, hat er geschrieben. Eintragen können sich arme und reiche Menschen. Ein Testament ersetzt diese freiwillige Leistung des Amts aber nicht, es geht nur um die Modalitäten der Beerdigung.

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