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  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Langen/Dreieich/Neu-Isenburg Kreis und Evangelisches Dekanat setzen „Hand in Hand“ fort

Manchmal muss man einfach einen Stein ins Wasser werfen und schauen, was passiert“: Es ist ein schönes Bild, das Carsten Müller (SPD), der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, für ein pädagogisches Programm mit dem sperrigen Titel „Triple P“ findet.

Das von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene „Positive Parenting Program“ (auf Deutsch in etwa positives Kindererziehungs-Programm) gilt als relativ einfach. Oder wie es der Jugendamtsleiter des Kreises Offenbach, Georg Horcher, feinsinnig formuliert: „Triple P erfordert die wenigsten intellektuellen Voraussetzungen, um daran teilzunehmen.“ Es nutzt, so die Idee dahinter, die in der Familie vorhandenen Stärken.

Gedacht sei dieses „Elterntraining“ für „Familien mit besonderem Förderbedarf“, erklärt Pädagogin Angela Ruland vom Evangelischen Dekanat Dreieich. Das Dekanat, für den westlichen Kreis Offenbach mit Langen, Egelsbach, Dreieich und Neu-Isenburg zuständig, versucht bereits seit einigen Jahren , Eltern zu helfen, die mit der Kindererziehung überfordert sind.

„Hand in Hand“ heißt das Projekt, das jetzt der Kreis Offenbach mit erweitertem Konzept finanziell unterstützt, und für das auch der Verein Dreieicher Weihnachtskalender Geld für Spiele und Bastelmaterial beisteuert. Carsten Müller und Gabriele Scherle, evangelische Pröpstin für Rhein-Main, haben die Schirmherrschaft übernommen. Für die Eltern, überwiegend Migranten, ist das Programm freiwillig und kostenlos, und das ist wichtig. Denn die meisten anderen Familienbildungskurse kosten Geld. „Wenn die eigene materielle Existenz nicht dauerhaft gesichert ist, ist der Alltag ein ständiger Überlebenskampf. Da ist es schwierig, die Eltern zu erreichen“, sagt Horcher. „Wir wollen deshalb ganz niedrige Zugangsschwellen.“

Eine Möglichkeit sind die Spielrunden, die das Dekanat schon seit Ende 2011 anbietet. Ruland, die zwei „offene Spielkreise“ in Langen leitet, knüpft damit den Kontakt zu den Eltern. „Die Mütter kommen sehr unterschiedlich zu den Treffen“, berichtet sie. „Manche sind jede Woche da, andere nur ab und an, und einige kommen nur, wenn sie Probleme haben.“ Zu vielen Eltern bleibe der Kontakt auch dann bestehen, wenn die Kinder zu alt für den Spielkreis geworden seien.

Der zweite Baustein ist die Familienbegleitung. In Langen übernehmen das auch Ehrenamtliche. „Wir suchen auch noch Freiwillige“, sagt Dekan Reinhard Zincke. „Entscheidend ist, dass Vertrauen aufgebaut wird.“ Wer das Ehrenamt übernehme, müsse Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Lebensentwürfen mitbringen.

„Die Investition in frühe Hilfen wirkt sich finanziell aus“, ist Horcher überzeugt. „Das haben wir bereits in den vergangenen zwei, drei Jahren festgestellt.“ Im Kreis Offenbach stiegen nach seinen Angaben die Kosten inzwischen nicht mehr so stark wie die Fallzahlen – gegen den Hessentrend.

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