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Ein Bauarbeiter hebt auf einer Baustelle ein Brett in die Höhe. (Symbolfoto)

GBO in Offenbach

Stadt will mehr Wohnungen bauen

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Die städtische Baugesellschaft GBO plant die Errichtung neuer Wohngebäude in den Offenbacher Baugebieten Bieber-Nord und Bürgel-Ost.

Der kommunale Wohnungsbau in Offenbach kommt mit kleinen Schritten voran: Wie Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Donnerstagabend am Rande einer von seiner Partei organisierten Podiumsdiskussion zum Thema Wohnen sagte, plane die städtische Baugesellschaft GBO die Errichtung neuer Wohngebäude in den Baugebieten Bieber-Nord und Bürgel-Ost: Auf fast allen städtischen Grundstücken solle die GBO bauen, deren Aufsichtsratsvorsitzender Schwenke ist. Auf eher kleinen Grundstücken sollen andere Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften zum Zug kommen.

Zwar besitzt die Stadt in den erwähnten Baugebieten, wo einmal über 3000 Menschen leben sollen, nur eine Handvoll Grundstücke – doch lässt sich der Vorstoß dennoch ein Stück weit als Abkehr von den bislang sehr zurückhaltenden Wohnungsbauzielen der GBO sehen. Die Gesellschaft peilt derzeit den Neubau von 30 Wohnungen pro Jahr an.

Dass diese Zahl in einer Stadt, die jedes Jahr um mehr als 2000 Einwohner wächst und mit steigenden Mieten zu kämpfen hat, nicht ausreicht – dieser Meinung waren am Donnerstag einige im Klingspor-Museum, wohin die SPD unter dem Titel „Ist das Rhein-Main-Gebiet bald unbezahlbar?“ geladen hatte. GBO-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp befand sich daher in der Defensive. Auf die Frage des FR-Redakteurs und Moderators Claus-Jürgen Göpfert, warum die GBO nicht mehr baue, antwortete sie, dass schlicht nicht genug Geld vorhanden sei – und Grundstücke fehlten. Die „Grundlagen“ dafür, dass sich das ändere, müssten „im politischen Raum“ geschaffen werden, sagte Schroeder-Rupp.

Keine Finanzierungsprobleme hat die Frankfurter ABG, die laut Geschäftsführer Frank Junker in den nächsten fünf Jahren 10 000 Wohnungen in und um Frankfurt bauen will. Jede Wohnung nehme „Druck vom Markt“, sagte Junker. Er sprach sich mit dem Vorsitzenden von Haus & Grund Frankfurt, Jürgen H. Conzelmann, für mehr interkommunale Zusammenarbeit aus. Conzelmann forderte zudem ein hessisches Wohnungsbauministerium. Die Diskrepanz zwischen den Neubauplänen von ABG und GBO zeige, dass es „zwei Klassen“ von Städten gebe, sagte die Direktkandidatin der SPD für die Landtagswahl in Offenbach, Nadine Gersberg. Sie forderte daher „viel mehr direkte Fördermittel“ von Land und Bund. 

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