Offenbach

Paragraf 219a ersatzlos streichen

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Die Frauen in der Offenbacher SPD wollen lieber die Ursachen bekämpfen. Dazu zählen Armut, unsichere finanzielle Verhältnisse und fehlende Möglichkeiten, Kinder und Beruf zu vereinbaren.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Offenbach fordert, den Paragraphen 219a ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. „Frauen in Not haben heute keinen Zugang zu sachlicher, umfänglicher, medizinischer Information durch Ärztinnen und Ärzte, die Abbrüche vornehmen“, heißt es in ihrer Pressemitteilung. Indem die bloße Information durch Ärzte, die Abbrüche vornehmen, mit Werbung für Abbrüche gleichgesetzt wird, seien Frauen daran gehindert, ihren Arzt frei zu wählen. „Es kann doch nicht sein, dass sich Frauen nicht einmal informieren dürfen“, sagt die Offenbacher Sozialdemokratin Marion Eckert der FR auf Nachfrage.

Es müsse „endlich Schluss sein mit dem Austausch der immer gleichen Meinungen und Rechthabereien“. Von der Führung ihrer Bundespartei erwarten die Frauen der Offenbacher SPD, „eine zeitnahe Abstimmung ohne Fraktionszwang.“

Anlass der Forderung sei, so Eckert, dass sich mit Ende der Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU im vergangenen Jahr auf Bundesebene nichts in diesem Bereich getan habe. „Wir haben das Gefühl, dass sich die Partei in dieser Sache am Nasenring durch die Manege ziehen lässt“, sagt Eckert, das sei auf der letzten Bezirkskonferenz der ASF Hessen-Süd erneut deutlich geworden. Zeitgleich werden Frauen, die die ProFamilia-Geschäftsstelle in Frankfurt besuchen, nach wie vor durch die Proteste so genannter „Lebensschützer“, sprich Abtreibungsgegner belästigt.

Der ASF verweist darauf, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Hessen im Jahr 2017 kontinuierlich zurückgegangen sei auf 8588 Fälle. Häufigster Grund seien „unsichere finanzielle Verhältnisse in Ausbildung, Studium und Beruf“. Deshalb solle sich die Gesellschaft etwa für Themen wie Vereinbarkeit von Kindern und Berufstätigkeit, Schutz vor Kinderarmut und bezahlbarer Wohnraum sowie das Thema Finanzen engagieren. Auf diese Weise würden „Kinder auf dieser Welt willkommen“ geheißen. Frauen treffen die Entscheidung abzutreiben nicht leichtfertig.

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