Für den Neujahresausblick über die Stadtgrenzen hinaus war dieses Jahr bei der Offenbacher CDU kein Hesse zuständig. Stattdessen war der baden-württembergische Ministerpräsident und designierte EU-Kommissar Günther Oettinger angereist, um seine Parteifreunde für 2010 auf schwäbische Tugenden einzuschwören. Unser Bild entstand Anfang vergangener Woche im Stuttgarter Landtag.
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Für den Neujahresausblick über die Stadtgrenzen hinaus war dieses Jahr bei der Offenbacher CDU kein Hesse zuständig. Stattdessen war der baden-württembergische Ministerpräsident und designierte EU-Kommissar Günther Oettinger angereist, um seine Parteifreunde für 2010 auf schwäbische Tugenden einzuschwören. Unser Bild entstand Anfang vergangener Woche im Stuttgarter Landtag.

Neujahrsempfang der CDU

Attacken gegen die Stadtregierung

Die Offenbacher CDU hat für ihren Neujahrsempfang den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger engagiert. Doch vor allem CDU-Chef Grüttner hatte seinen großen Auftritt.

Von Maurice Farrouh

Stefan Grüttner hatte gründlich aufmunitioniert. "Gewürge", "Hickhack", "Stillstand" waren nur einige von zahlreichen negativen Attributen, die der Chef der Offenbacher CDU in seiner Neujahrsrede am Sonntag im Büsingpalais in Richtung von Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) und der Offenbacher Ampelkoalition schleuderte.

Die Ansprache des Staatsministers im fast voll besetzten Festsaal war eine sorgfältig arrangierte Aneinanderreihung von Attacken gegen die Stadtführung: Wilhelmsplatzsanierung, Kickersstadion und natürlich der Machtkampf um die Neubesetzung der Stadtwerkespitze.

"Das vergangene Jahr war von Streitigkeiten in der Koalition geprägt und von Alleingängen des Oberbürgermeisters, die oft an seiner eigenen Koalition gescheitert sind", so Grüttner.

Trotz der feierlichen Kulisse wetterte der CDU-Vorsitzende ganz im Stil eines Oppositionsführers - um dazwischen immer wieder darauf hinzuweisen, dass ja eigentlich die Union die stärkste Kraft in Offenbach sei. "Sie sind zu Gast bei der bestimmenden politischen Kraft", rief er dem Publikum zu. Dass diese aufgrund der Bündniskonstellation im Stadtparlament zurzeit nur wenig zu bestimmen hat, werde sich "hoffentlich schon bald ändern".

Für den darauffolgenden Neujahresausblick über die Stadtgrenzen hinaus war dieses Jahr bei der CDU kein Hesse zuständig. Stattdessen war der baden-württembergische Ministerpräsident und designierte EU-Kommissar Günther Oettinger angereist, um seine Parteifreunde für 2010 auf schwäbische Tugenden einzuschwören. Nur mit viel Hingabe und Fleiß könne Deutschland es schaffen, im globalen Wettbewerb zu bestehen, sagte Oettinger, der in Brüssel für den Bereich Energie zuständig sein wird.

Dass die "Metropolregion Frankfurt-Offenbach" bislang ohne drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit durch die Krise gekommen sei, verdanke sie sowohl dem bedachten Krisenmanagement der Politik, als auch den Flexibilisierungen der vergangenen Jahre auf dem Arbeitsmarkt, sagte Oettinger. Für die Zukunft sei "Bildung das Allerwichtigste".

Zur Wirtschaft, speziell der in Offenbach, hatte auch CDU-Fraktionschef Peter Freier einiges zu sagen. "Die Offenbacher Wirtschaftsförderung muss endlich zählbare Erfolge vorweisen", sagte Freier. Obwohl Offenbach bei den Mieten "unschlagbar" sei, gelinge es der Stadt nicht, große Firmen anzusiedeln.

Möglicherweise fehle es Offenbach in der Wahrnehmung von Arbeitgebern und Investoren an "Verlässlichkeit", so Freier. Er wünsche sich fürs nächste Jahr dringend Fortschritte beim Bau des Hafenviertels und beim "sozialen Umbau" der Bevölkerungsstruktur.

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