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Die Spanier kommen bald

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Starthaus in Offenbach erstellt die Lehrpläne für die Pflegekräfte

Die ersten spanischen Pflegekräfte werden wohl im Februar einreisen, die zweite, größere Gruppe im April. Die Fachkräfte aus der Region Madrid sollen in Gießen, Wiesbaden und Offenbach in Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten arbeiten, weil es auf dem heimischen Markt zu wenige Altenpfleger gibt.

So wurde es im November vom hessischen Sozialministerium bekanntgegeben, das die Anwerbeaktion mit der Bundesagentur für Arbeit und den Arbeitgebern leitet. In Offenbach selbst kommen indes gar keine Spanierinnen oder Spanier an, weil sich kein dortiger Arbeitgeber meldete. Nur ein Pflegeheim aus dem Kreis Offenbach möchte sie einstellen.

Offenbach sei wegen seiner mittleren Größe und dem städtischen Charakter ausgesucht worden, teilt das Ministerium mit. Die Anwerbung aus Spanien ist ein Pilotprojekt. Aus Offenbach ist der Bildungsträger, der hessenweit die Sprachkurse für die Spanier koordiniert. Das Starthaus in der Pirazzistraße erstellt die Lehrpläne und sucht in der Nähe der Arbeitsstätten die Bildungseinrichtung für den Deutschunterricht aus. „Es war Wunsch der Arbeitgeber, dass überall das Gleiche vermittelt wird“, sagt Kajetan Tadrowski, Projektleiter beim Starthaus. In den Sprachkursen lernen die Pflegekräfte vor allem berufsbezogenes Deutsch. Aber die Frauen und Männer kommen nicht ohne Sprachkenntnisse in Deutschland an. Schon jetzt werden sie mit Einsteigerkursen in Madrid vorbereitet.

Das Besondere an den Kursen in Hessen ist die Willkommenskultur. „Mitarbeiter der Betriebe oder der Bildungseinrichtungen zeigen ihnen, wo die spanische Gemeinde ihren Sitz hat und wo man gut ausgehen kann“, sagt Tadrowski. Auch bei der Wohnungssuche gibt es Hilfe. „Die Leute sollen ja in Hessen bleiben“, sagt Manfred Mauer, Leiter des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste. Es soll vermieden werden, dass sie in andere Bundesländer oder die Schweiz abwandern. Für Mauer ist die Sache bisher ein Erfolg. 30 hessische Arbeitgeber meldeten 115 offene Stellen für das Projekt. Bei der Jobbörse in Madrid im November wurden mit 190 Bewerbern Gespräche geführt. 15 Verträge wurden bereits unterschrieben. „Wir rechnen insgesamt mit 60 bis 100 Arbeitsverträgen“, sagt Mauer.

Hier werden die Spanier zunächst als Hilfskräfte eingesetzt und für den Sprachkurs bei vollem Gehalt halbtags freigestellt. Bestehen sie nach drei bis sechs Monaten die Sprachprüfung, werden sie als Fachkraft anerkannt. Das Gehalt entspricht dem der einheimischen Pflegekräfte. „Das sind keine Billigkräfte, im Gegenteil, sie sind teuer“, so Mauer.

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