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Philip Costa-Blom und Pedram Alexander Aghdassi mit ihren T-Shirts und Sweatshirts.
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Philip Costa-Blom und Pedram Alexander Aghdassi mit ihren T-Shirts und Sweatshirts.

Offenbach

Sozialer Verein Creative Change bangt um Existenz

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Der gemeinnützige Offenbacher Verein, der an Schulen mit Theaterpädagogik das Demokratieverständnis fördert, verkauft fair hergestellte Mode, um die Krise abzufedern.

Die aktuelle Situation war für den gemeinnützigen Verein Creative Change in Offenbach schon schwierig. „Die erneute Verlängerung des Lockdowns bis mindestens Ende des Monats hat sie noch schwieriger gemacht“, sagt Pedram Alexander Aghdassi. Der 32-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer des Vereins, der mit Theaterpädagogik an Schulen Themen wie Antisemitismus, Rechtsextremismus oder religiösen Extremismus behandelt. Bis zu 100 Schulen besuchen die Schauspieler und Teamer in Projektwochen normalerweise und arbeiten daran, Vorurteile gegen andere Menschen abzubauen. Dabei wird alles altersgerecht und auf Alltagssituationen heruntergebrochen.

Die Coronavirus-Pandemie bedroht den Verein nun in seiner Existenz – denn noch ist völlig unklar, wann Creative Change wieder in die Schulen kann. Rund 80 Prozent weniger Umsatz hat der Verein coronabedingt gemacht. 50 Prozent der Mitarbeitergehälter werden vom hessischen Innenministerium übernommen, der Rest wird durch die Projekte, die brachliegen, querfinanziert. „Weil wir keine Ausfallhonorare bekommen, leben wir vom Puffer, der jeden Tag schmilzt“, sagt Aghdassi.

Der Verein

Creative Change ist ein gemeinnütziger Verein in Offenbach, der seit 2015 bundesweit an Schulen Projektwochen zu den unterschiedlichsten Themen der Demokratiepädagogik organisiert. Unter anderem Antisemitismus, Rechtsextremismus, religiöser Extremismus oder auch Fake News.

Da viele Projekte abgesagt wurden und die finanziellen Mittel knapper werden hat der Verein sich entschieden, T-Shirts, Sweatshirts und Masken mit dem eigenen Logo zu verkaufen. Diese gibt es im Onlineshop unter www.cc-ev.de/shop.

Um die Geldsorgen abzufedern, hat der Verein eine Modelinie mit dem eigenen Logo herausgebracht. „Zum einen geht es darum, einheitlich aufzutreten. Zum anderen wollen wir ein Statement setzen“, sagt Philip Costa-Blom, zweiter Geschäftsführer des Vereins. Je 300 T-Shirts für Männer und Frauen sowie je 300 Sweatshirts für beide Geschlechter sind fair und nachhaltig in den Farben Schwarz und Weiß produziert worden. Außerdem gibt es Masken. „Mit dem Erwerb eines Kleidungsstücks in unserem Onlineshop bezieht man nicht nur klar Haltung gegen jede Form von Ausgrenzung, sondern trägt auch dazu bei, den Verein zu retten“, sagt Costa-Blom. 3000 Euro wurden so schon eingenommen.

Themen wie Rechtsextremismus oder Antisemitismus würden in der Corona-Zeit nicht so stark bearbeitet werden, wie das sonst der Fall ist, berichtet Costa-Blom. „Uns ist wichtig, dass das weitergeht. Egal ob analog oder digital“, betont der 35-Jährige. Bis vor den Weihnachtsferien gab es noch ein paar Projekte, sowohl analog unter strengen Hygieneauflagen als auch digital. In der Heyne-Fabrik benutzt der Verein einen seiner zwei Räume, um die Theaterstücke aufzuführen. „Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert hat“, sagt Costa-Blom. Kurz vor dem Höhepunkt der Mini-Szene ist immer Schluss. Dann wenden sich die Schauspieler:innen an die Zuschauer und fragen sie: Was ist die Ursache? Was kann man anders machen? „Dann müssen sie Strategien entwickeln und treten an die Stelle des Schauspielers, um zu schauen, wie sie in dieser Alltagssituation reagiert hätten“, erklärt Aghdassi.

Für die digitale Variante des Projekts reicht es aus, wenn die Schulen einen Laptop, Beamer und einen Internetzugang haben. „Selbst das ist für viele Schulen, schwierig zu organisieren“, berichtet Costa-Blom. Auch wenn offen ist, wie es weitergeht, wollen sich die Mitarbeiter von Creative Change nicht unterkriegen lassen. „Unsere Arbeit ist wichtig, deswegen werden wir weiterkämpfen“, sagt Aghdassi.

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