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In Offenbach sind immer noch sehr viele Menschen von Armut betroffen.
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In Offenbach sind immer noch sehr viele Menschen von Armut betroffen.

Offenbach

Sozialbericht: Mehr Hartz-IV-Berechtigte im Jahr 2020

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Der Sozialbericht zeigt die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Kinder und Jugendliche sind weiterhin stark von Armut betroffen.

Die Zahlen machen Martin Wilhelm (SPD) nachdenklich. Nachdem die Zahlen der Hartz-IV-Leistungsberechtigten oder Berechtigten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II in Offenbach zuletzt stetig zurückgingen, ist die Zahl im Jahr 2020 erstmals wieder gestiegen. Von 15 209 auf 15 310. Während dabei die Zahl der Nichterwerbsfähigen in den Bedarfsgemeinschaften – Kinder unter 15 Jahren – von 4973 auf 4704 Personen sank, stieg die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten deutlich von 10 130 auf 10 523 Personen.

„Dies gibt Anlass zur Sorge, vor allem, weil unsere Stadt einen im Vergleich zu anderen hessischen Regionen besonders hohen Problemdruck bei Arbeitslosigkeit und Armut aufweist“, sagt Wilhelm. Die Corona-Pandemie habe bis heute deutlich ihre Spuren in der Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. „Wie sich dies auf die sozialen Sicherungssysteme auswirken wird, lässt sich nicht abschließend beurteilen.“

ungleichgewichte in offenbach

Der Sozialbericht 2020 zeigt, dass die Quote der Leistungsberechtigten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II erstmals seit vielen Jahren wieder leicht auf 13,0 Prozent anstieg. Die durchschnittliche Quote von SGB-II-Bezieher:innen oder Hartz-IV-Empfänger:innen liegt bei der nichtdeutschen Bevölkerung mit 15,1 Prozent darüber.

Eine hohe SGB-II-Quote weisen vor allem junge Altersjahrgänge bis zu einem Alter von etwa 18 Jahren auf,
mit einem Höchstwert von 26,0 Prozent bei den Achtjährigen.

Die Ungleichverteilung der SGB-II-Leistungsberechtigten , gemessen
mit dem sogenannten Segregationsindex, stieg erstmals seit Jahren wieder an. Der Indexwert betrug Ende des Jahres 2020 12,0 Prozent gegenüber 11,3 Prozent am Vorjahresende-

Die höchsten SGB-II-Quoten gibt es nach wie vor in den Innenstadtbezirken „Hochschule für Gestaltung“, „Wilhelmschule“, und „Mathildenschule“ mit bis zu 18,6 Prozent. Die niedrigsten finden sich in den Bezirken Kaiserlei, Mühlheimer Straße und Rumpenheim. tim

Die Gesamtzahl aller Hartz-IV- und Sozialhilfeberechtigten stieg im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresende um 0,3 Prozent auf 19 133 Personen. Bei einem zeitgleich anhaltenden Bevölkerungswachstum auf 140 496 Einwohnerinnen und Einwohner verblieb die Gesamtquote aller Leistungsberechtigten bei 13,6 Prozent. Weiterhin besonders betroffen von Armut sind Kinder und Jugendliche in Offenbach. Auch wenn die Zahl der unter 18-Jährigen – darunter auch Erwerbstätige – in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften ein weiteres Jahr in Folge gesunken ist. Trotz Wachstums dieser Altersgruppe in der Bevölkerung. Die Quote sank auf 22,6 Prozent. Im Dezember 2014 war noch jedes dritte Kind dieser Altersgruppe im SGB-II-Bezug. Zum Vergleich: In Hessen liegt die Quote bei 12,9 Prozent. Von den Großstädten hat nur Kassel mit 25,0 Prozent eine höhere Quote als Offenbach.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Offenbach ist von Juni 2019 bis Juni 2020 um 0,5 Prozent auf 54 805 Personen gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen von Dezember 2019 bis Dezember 2020 von 6041 auf 7792. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 8,2 auf 10,3 Prozent. Bei den Leistungen für Bildung und Teilhabe gab es in fast allen Transfersystemen im Jahr 2020 eine zum Teil deutlich geringere Inanspruchnahme. Im Jahr 2020 waren es 10 560 Personen. Im Vorjahr noch 12 215 Personen. Das lag unter anderem daran, dass das Angebot in weiten Bereichen wegen der Pandemie komplett eingeschränkt wurde.

Bei der Wohnungs- und Obdachlosigkeit haben sich gegenüber dem Vorjahr die Unterkunftszahlen in der Summe verringert. Die Zahl der vermittelten Übernachtungen im Jahr 2020 sank um 4,3 Prozent auf knapp 193 000. Im Monatsdurchschnitt waren es 525 Leistungsberechtigte aus Hartz IV, Sozialhilfe und Asyl. Durch die Schließungen von Hotels infolge der Lockdowns aufgrund der Pandemie kam es hier auch zum Teil zu erheblichen Einschränkungen des Angebots.

Sozialdezernent Wilhelm fasst zusammen: „Insgesamt zeigt der Sozialbericht eine Entwicklung der sozialen Lage in Offenbach, die aktuell und auch in naher Zukunft eine hohe Aufmerksamkeit erfordert.“

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