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Vor uns die Sintflut

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Ein ehemaliges Postschiff, das von Husum aus die Halligen versorgt hat, liegt jetzt in Offenbach auf dem Trockenen: Als Ausstellungshaus für die Schau "Arche Nova". Hier ist seine Verladung in Bremen zu sehen.
Ein ehemaliges Postschiff, das von Husum aus die Halligen versorgt hat, liegt jetzt in Offenbach auf dem Trockenen: Als Ausstellungshaus für die Schau "Arche Nova". Hier ist seine Verladung in Bremen zu sehen. © privat

Ein seetüchtiges Postschiff liegt seit Dienstag auf dem Offenbacher Festland - rund um diese mehr oder weniger symbolische Arche ist vom 18. Mai an eine Ausstellung über Fluten und Sintfluten zu sehen.Von Juliane Mroz

Von Juliane Mroz

Auf dem Buchhügel ist eine Arche gestrandet. Eine ziemlich kleine Arche, rund acht Meter lang und knapp drei Meter breit. Ein Pärchen pro Tierart hätte darauf keinen Platz. Aber darum geht es auch nicht. Die "Arche Nova" soll Dreh- und Angelpunkt der Wanderausstellung "Vor uns die Sintflut" sein, die am Montag, 18. Mai, eröffnet wird.

"Eigentlich war das mal das Postschiff, das von Husum aus die Halligen versorgt hat", erläutert Jürgen Blümmel, der für die technische Seite der Ausstellung verantwortlich ist. 2006 fuhr der hölzerne Kutter zum vorerst letzten Mal übers Meer von Husum nach Bremen und legte im privaten Bremer Hafenmuseum an.

Dort wurde die Ausstellung rund um die Arche konzipiert. Sie erzählt von "Land unter" aus verschiedenen Perspektiven - unter anderem aus archäologischer, theologischer, ökologischer und mythischer Sicht. Kulturexpertinnen, eine Musikwissenschaftlerin, Gestalter und Grafik-Designer, aber auch Mitarbeiter des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften, der Grube Messel und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung tragen dazu bei - gemeinsam mit vielen anderen Helfern.

Die Arche Nova führt alte Freunde wieder zusammen

Dass Arche und Ausstellung nach Offenbach kommen, ist einer alten Freundschaft zwischen dem Bremer Hafenmuseums-Mäzen Klaus Hübotter und zwei Offenbacher Naturfreunden zu verdanken: Kurt Nagel und Altbürgermeister Walter Buckpesch.

"Die beiden waren vor 55 Jahren gut mit Hübotter befreundet, haben sich aber seitdem nicht mehr gesehen. Die Ausstellung führt sie wieder zusammen", erzählt Blümmel. Die Naturfreunde Offenbach fungieren als Veranstalter der "Sintflut" in Offenbach, viele andere helfen mit. Die Ausstellung wird von Spendern und Sponsoren sowie durch freiwillige Arbeit ermöglicht.

Mit der Feuerwehr auf den Buchhügel

"Hier wird alles ehrenamtlich gemacht", sagt Blümmel, "Holzhändler haben Material gespendet, Landschaftsbauer haben kostenlos das Gelände vermessen". Am Dienstagmorgen half die Offenbacher Berufsfeuerwehr, das Schiff vom Transporter zu laden und auf dem Wetterpark-Parkplatz an der Ecke Obere Grenzstraße/ Goerdelerstraße aufzustellen.

In den kommenden Tagen sollen auf dem Platz fünf Container aufgestellt werden, in denen die verschiedenen Teile der Ausstellung Platz finden. "Klimawandel ist ein Thema in der Ausstellung, die Nähe zum Wetterpark passt dazu", sagt Blümmel. Die Container wecken Assoziationen zu Seefahrt und Globalisierung, die Lage auf dem Buchhügel erinnert an die biblische Arche, die auf dem Berg Ararat auf Grund lief.

Die Ausstellung kam von Bremen über Danzig und Stralsund nach Offenbach; dort soll sie bis zum 28. Juni bleiben, anschließend geht es weiter nach Riga. Auch Haifa und Wien sind als Gastgeber im Gespräch. Der Kutter - der übrigens noch seetüchtig ist - soll jedoch in Offenbach eine dauerhafte Heimat finden, sagt Blümmel. "Ein neuer Besitzer wird gesucht, über die Verwendung kann diskutiert werden. Wir könnten uns zum Beispiel ein Jugendprojekt vorstellen."

Zur Ausstellung gibt es ein großes Rahmenprogramm mit Diskussionen, Vorträgen, Filmen und Mitmach-Projekten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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