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Holzkopf und Eckel bei der Ausweis- und Passausgabe.
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Holzkopf und Eckel bei der Ausweis- und Passausgabe.

Bürgerbüro Offenbach

Service ohne Schlangestehen

  • Christina Franzisket
    VonChristina Franzisket
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Im Bürgerbüro können Ausweise und Pässe am Schalter der ESO abgeholt werden

Die Wartenden stehen bis an die Eingangstür des Bürgerbüros. Der Letzte in der Reihe kann die Tür gerade noch hinter sich schließen, sonst müsste er in der Kälte stehen.

Plötzlich kommt eine Frau herein und geht einfach an der Schlange vorbei. Sie tritt an einen völlig freien Schalter und wird auch sofort von zwei Mitarbeiterinnen begrüßt: „Ich möchte meinen Ausweis abholen“, sagt die Offenbacherin.

Seit Anfang des neuen Jahres können Bürger ohne lange Wartezeit ihren Ausweis oder Reisepass am Schalter der ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft abholen: „Damit wollen wir die Situation im Bürgerbüro entzerren“, sagt der Initiator dieses Angebots und Leiter der Meldestelle, Clemens Mickler: „Wir möchten den Service für unsere Kunden angenehmer gestalten.“

Lange Wartezeiten

Wegen der hohen Verschuldung der Stadt möchte Offenbach bekanntlich unter den Schutzschirm des Landes Hessen schlüpfen. Bedingung dafür sind jedoch erhebliche Einsparungen. Das Bürgerbüro musste im Zuge dieser Sparmaßnahmen seine Öffnungszeiten um zehn Stunden die Woche kürzen, wie Ordnungsdezernent Felix Schwenke (SPD) erklärt.

Dadurch verschärfte sich die Situation im Bürgerbüro weiter, die Wartezeiten wurden immer länger. „Im Durchschnitt müssen unsere Kunden sechs Minuten warten“, sagt der stellvertretende Leiter des Bürgerbüros Markus Eck. Doch diese Zeit bezieht sich nur auf das Warten mit einer Nummer. Doch um eine Nummer zu ziehen, stehen Kunden zu Spitzenzeiten bereits etwa 25 Minuten an, räumt Eck ein: „Das ist kein guter Zustand.“

Verständigungsprobleme

Mickler entschuldigt die Situation damit, dass Offenbach in der Statistik der Bevölkerungsfluktuation auf Platz eins der kreisfreien Städte liege: „Das bedeutet viel Arbeit für das Meldeamt.“ Dazu kämen oft Probleme mit der Verständigung. Im vergangenen Jahr hätten sich viele Menschen in Offenbach gemeldet, die nur wenig oder gar kein Deutsch sprechen: „Eine normale Anmeldung dauert rund zehn Minuten“, sagt Eck, „eine Anmeldung mit Übersetzer dauert eine halbe Stunde oder länger“.

Da die ESO auch eine Beratungsstelle im Bürgerbüro hat und die Mitarbeiter dort nicht ausgelastet seien, keimte die Idee auf, ihnen Aufgaben zu übertragen: „Einige Mitarbeiter haben sogar angeboten, die Kollegen der Stadt zu entlasten“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Holding und der ESO, Peter Walther.

Unterstützung von Beratern

Zu diesen Mitarbeitern gehört auch Renate Holzkopf. Sie ist Verwaltungsfachangestellte bei der ESO und steht hinter dem Schalter zusammen mit Martina Eckel, Verwaltungsfachangestellte des Bürgerbüros. Eckel weist Holzkopf in die hoheitliche Aufgabe ein und erklärt das Computerprogramm: „Hier können Sie sehen, ob der Ausweis schon da ist“, sagt Eckel. Dezernent Schwenke betont, dass die Mitarbeiter der ESO für die neue Arbeit geschult und geprüft worden seien.

Holzkopf freut sich über die Herausforderung und Eckel hofft auf eine kleine Entlastung.

Die Offenbacherin, die ihren Ausweis abholen möchte, muss Holzkopf leider noch einmal vertrösten: „Der Ausweis ist noch nicht fertig“, sagt sie. Doch die Frau ist gar nicht verärgert: „Kein Problem, dann komme ich morgen noch einmal kurz vorbei“, sagt sie und geht an der Schlange vorbei aus dem Bürgerbüro.

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