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Arnd Hinrich Kappe vor der Baustelle Kaiserstraße.
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Arnd Hinrich Kappe vor der Baustelle Kaiserstraße.

Messe Offenbach

Der Seitenwechsel

  • Martin Brust
    VonMartin Brust
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Arnd Hinrich Kappe bereitet sich auf die Leitung der Messe von kommendem Juli an vor. Bislang kannte der der Douglas-Manager und Sohn einer Goldschmiedefamilie Messen nur als Besucher. Aber er hat ja Zeit, sich "einzuarbeiten".

Als Personalberater ihm die Position des künftigen Geschäftsführers der Messe Offenbach anboten, da hat er sich zuerst doch ein bisschen gewundert. Das gibt Arnd Hinrich Kappe offen zu. Denn zu dieser Zeit war das heutige Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Offenbach in der Douglas Gruppe tätig. Dort bekleidete er seit 1998 verschiedene Positionen in der Schmucksparte, bei Christ Juweliere und Goldmeister. Zuletzt war der Sohn einer Goldschmiedefamilie in Lüdenscheid kaufmännischer Geschäftsführer der Parfümerie Douglas in der Schweiz. Er war also fremd im Messegeschäft, saß quasi auf der anderen Seite des Schreibtischs, kannte Messen als Besucher, nicht als Veranstalter.

„Je länger ich nachdachte, desto passender fand ich das“, so Kappe, der seit 1. Juli für die Messe arbeitet. Mitte 2013 wird er Ursula A. Diehl ablösen, die die Messegesellschaft mehrere Jahrzehnte lang durch das raue Auf und Ab des Messegeschäfts gesteuert hat. Für sie sind gerade Kappes Erfahrungen als kaufmännischer Geschäftsführer im Luxusgüterbereich ein Eignungsgrund. Der sagt, Kundenorientierung sei wichtig, um die Messe Offenbach weiter in der Erfolgsspur zu halten. Die habe er bei seinem vorigen Arbeitgeber „gelebt“, so Kappe weiter, „ich war früher selbst auf Messen, gehe mit der Sicht des Besuchers an die Planung und sehe schnell, ob der Messeauftritt passt“.

Begeisterung fürs Zugpferd

Auch wenn er noch ein halbes Jahr „in Ausbildung“ ist, wie er seine Einarbeitung lächelnd nennt, so hat der Diplom-Volkswirt doch schon Ideen für die Fortentwicklung der Messe. „Die ILM ist unser Zugpferd“, so Kappe. Die Lederwarenmesse dürfe unter neuen Veranstaltungen auf gar keinen Fall leiden. Die Internationalität des Zugpferdes sei aber ausbaufähig. „Besucher und Aussteller aus Asien, Indien oder Russland möchte ich gerne für die ILM in Offenbach begeistern“, hat er sich vorgenommen.

Aber die ILM findet nur zweimal im Jahr statt. Dazwischen gibt es zwar bereits Fremdveranstaltungen wie Kart- oder Gesundheitsmesse, aber eben auch noch Leerzeiten. „Die möchte ich füllen“, sagt Kappe. Dabei hat er die Region im Blick, nicht so sehr die internationale Konkurrenz um Messen. „Da können wir mit 6500 Quadratmetern Veranstaltungsfläche nicht mitspielen, die meisten Messen brauchen 10000 oder mehr Quadratmeter.“ Wachstumsperspektiven sieht Kappe in regionalen Messen wie es die Gesundheitsmesse bereits ist.

Erotik und Tattoos?

Wird Offenbach demnächst auch Veranstaltungen wie die überall aus dem Boden schießenden Erotik- oder Tattoo-Messen bekommen? „Ich verfolge das nicht prioritär, aber ich werde mir alle Möglichkeiten des Wachstums mit dem gleichen Ernst ansehen“, sagt Kappe. Im Kerngeschäft mit Lederwaren sieht er weitere Möglichkeiten. „Die maßgeschneiderten Stände der Hersteller in den oberen Stockwerken könnten zu ganzjährig nutzbaren Showrooms werden“, sagt Kappe. Müller & Meirer hat sich als erster Dauermieter zu diesem Schritt bereits entschlossen und führt Bestandskunden jetzt auch außerhalb der Messetermine durch den 500 Quadratmeter großen Showroom.

Kappe möchte weitere Hersteller für dieses Konzept gewinnen. Die müssten mehr Standmiete zahlen, als wenn die Dauerstände nur zweimal im Jahr genutzt würden, könnten aber bei den Aufbaukosten sparen und andere Vorführräume aufgeben. Eine weitere Entwicklungsperspektive für die oberen Stockwerke sieht Kappe darin, die fest vermieteten Stände „neutraler zu gestalten als bisher“. Dann würden sie für andere Zwecke nutzbar: Dauermieter sparen Miete, Messe gewinnt Fläche, temporäre Nutzer sparen Aufbaukosten. „Immer unter der Maßgabe, dass die ILM selbst nicht beeinträchtigt wird“, das ist Kappe sehr wichtig.

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