Offenbach wächst - und braucht mehr Wohnraum. Teure Eigentums- und Mietwohnungen wie hier zwischen Main und Hafenbecken helfen nur bedingt.
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Offenbach wächst - und braucht mehr Wohnraum. Teure Eigentums- und Mietwohnungen wie hier zwischen Main und Hafenbecken helfen nur bedingt.

Kommentar

Sehenden Auges

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die städtische Wohnungsbaugesellschaft in Offenbach bietet günstige Wohnungen an - doch das reicht nicht, wenn man sich anschaut, wie rasant die Stadt anschwillt. Ein Kommentar.

Offenbachs Politikerinnen und Politiker täten gut daran, sich noch stärker für die Schaffung von günstigem Wohnraum einzusetzen – und zwar jetzt. Sonst nehmen sie sehenden Auges jene Entwicklungen in Kauf, die im vergangenen Jahrzehnt dafür gesorgt haben, dass ehemals durchmischte Quartiere in Städten wie Frankfurt, Darmstadt oder Mainz für Gering- oder Normalverdiener schon heute so gut wie unbezahlbar geworden sind.

Noch kann man in Offenbach vielerorts vergleichsweise günstig wohnen, und die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBO bietet auch recht günstige Wohnungen an. Neue Unterkünfte baut die Gesellschaft allerdings nur in geringem Umfang. Das reicht nicht, wenn man sich anschaut, wie rasant die Stadt anschwillt.

Sicher: Offenbach ist keine reiche Kommune. Kritiker machen aber zu Recht darauf aufmerksam, dass der beinahe inflationär geäußerte Wunsch von der „gesunden Durchmischung“ oft auch ein gewisses Geschmäckle hat. Denn als „gesund“ gilt der Bewohnermix wohl nur dann, wenn genug Menschen mit gutem Einkommen in einem Quartier leben. Dass derzeit der Grundstein für Verdrängungsprozesse gelegt wird, wenn man nicht mit günstigem Mietwohnungsbau gegensteuert – darüber wird in Offenbach zu wenig gesprochen.

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