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Schule in Bieber dient als Vorbild

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Von: Agnes Schönberger

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Die Schüler und Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule in Offenbach sind engagierte Mülltrenner und Abfallvermeider.
Die Schüler und Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule in Offenbach sind engagierte Mülltrenner und Abfallvermeider. © Monika Müller

Das Pilotprojekt zur Abfalltrennung an der Geschwister-Scholl-Schule startet: Die Schüler trennen und vermeiden Müll.

Dieses Mal soll es klappen mit der konsequenten Abfalltrennung an der Geschwister-Scholl-Schule in Bieber. Davon ist nicht nur Susanne Grünleitner, Stufenleiterin für die Klassen 7 bis 9, überzeugt. Vor Jahren war die gute Absicht auch am Reinigungspersonal gescheitert, das die gesammelten Abfälle wegen fehlender Trennbehälter in einen Sack warfen, was der Motivation der Schüler abträglich war.

Aus diesem gescheiterten Versuch lernte die Schule aber, dass die Mülltrennung nur funktionieren kann, wenn Lehrer, Schüler, Hausmeister und das Reinigungspersonal von dem Konzept überzeugt sind und mitarbeiten. Das ist der Schule wohl gelungen. Sie wurde von der Stadtwerke-Gruppe SOH für ein Pilotprojekt zur Abfalltrennung ausgewählt, das nach und nach auf andere Schulen übertragen werden soll.

Der stellvertretende Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Offenbach (Eso), Christian Loose, sprach von einem wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Aber, so betonte er, Abfalltrennung und Wiederverwertung seien nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Denn die Beseitigung des Bioabfalls koste nur ein Drittel dessen, was für den Restmüll zu Buche schlage. Er erinnerte daran, dass die Offenbacher vom 1. April an zwölf Prozent mehr für die Müllabfuhr zahlen müssen, während der Bioabfall nur geringfügig teurer werde.

Eso-Mitarbeitern war aufgefallen, dass die Restmülltonnen an der Geschwister-Scholl-Schule überquollen und auch mit Papier und Verpackungen vollgestopft waren.         Sascha Saleem von der GBM Service GmbH wandte sich daraufhin mit einer Analyse, die auch Verbesserungsvorschläge enthielt, an die Schule. Nicht nur die Schüler, auch die Reinigungskräfte sollten zur richtigen Abfalltrennung angeleitet werden. Die Gesamtkonferenz stimmte dem von Grünleitner, Schulsozialarbeiterin Annette Rösch, Saleem und seinem Kollegen Daniel Pröse gemeinsam entwickelten Konzept einstimmig zu. Zum Auftakt gab es am 13. Februar einen Projekttag.

Erstmals stehen jeder Klasse in den rund 70 Räumen drei Abfalleimer für die getrennte Sammlung von Papier, Verpackung und Restmüll zur Verfügung. In einem Wettbewerb entwarfen Schüler im Kunstunterricht Etiketten für die unterschiedlichen Behälter. Die elf besten Entwürfe wurden gestern prämiert, drei werden als Etiketten auf die Behälter geklebt.

Auf dem Schulhof stehen an zwei Stationen sogenannte Vier-Tonnen-Wertstoffsammler mit farbigen Deckeln. Die vierte Tonne ist für Bioabfall. Neben den Tonnen und den Aufklebern sponsert die SOH-Stadtservice GmbH für ein halbes Jahr einen Werkstudenten, der das Projekt und zehn Schüler des Sozialen Dienstes betreut, die bei Bedarf in den Klassen weitere Überzeugungsarbeit leisten.

Die Geschwister-Scholl-Schule konnte bereits erste Erfolge verbuchen. Während früher Schmierblätter, Stifte-Packungen, Kaugummipapiere oder Getränke-Tetrapacks auf dem Boden oder in der Restabfalltonne landeten, trennen die Schüler inzwischen so gut, dass eine von drei Restmülltonnen mit einem Volumen von 1100 Litern abgeschafft und eine Gelbe Tonne für Verpackungsmüll nachbestellt wurde.

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