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Schüler dürfen mitreden

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Von: Christoph Manus

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Stadt bereitet Gründung eines Jugendparlaments vor / Kinder- und Jugendbeirat soll weiter bestehen

Erstmals seit den 1980er Jahren, als die Stadt bundesweit Vorreiter war, könnte es in Rodgau wieder ein Jugendparlament geben. Nach einem Konzept, das Auszubildende der Stadtverwaltung gemeinsam mit Vertretern des Kinder- und Jugendbeirats, erstellt haben, würde dieses aus je fünf Fünft- bis Zehntklässlern bestehen, die die Geschwister-Scholl-Schule, die Georg-Büchner-Schule und die Heinrich-Böll-Schule besuchen. Konstituieren könnte sich das Gremium nach den kommenden Sommerferien.

Wählen dürften nur die etwa 2500 Schüler der drei weiterführenden Schulen in der größten Stadt des Kreises. Wer zum Beispiel in Seligenstadt in die Schule geht, hätte dem Vorschlag nach weder das passive noch das aktive Wahlrecht.

Das Jugendparlament soll nach dem vom Magistrat für gelungen erachteten Konzept, das Anfang kommenden Jahres im Sozial-. und Kulturausschuss diskutiert werden soll, mindestens viermal pro Jahr tagen, davon mindestens einmal öffentlich. Im Stadtparlament reden dürfen die Vertreter des Jugendparlaments nicht, auch keine Anträge einreichen. Ihre Beschlüsse sollen sie dem Konzept nach dem Magistrat vorstellen, der diese sich zu eigen machen und den Stadtverordneten vorschlagen kann.

Auch einen Kinder- und Jugendbeirat, dem Delegierte der Schulen, Vereine und kirchlicher Jugendgruppen angehören, soll es wieder geben. Dieser soll stark mit dem Jugendparlament zusammenarbeiten. So werden die Vorsitzenden beider Gremien im jeweils anderen Rederecht genießen.

Bis ein neuer Beirat einberufen wird, sollten die Stadtverordneten nach Ansicht des Magistrats aber über ein neues Konzept für dieses Gremium nachdenken. Er schlägt auch zur Abgrenzung zum künftigen Jugendparlament vor, jüngere Delegierte zu gewinnen. Die Inhalte und die Beteiligungsform sollten dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst sein. „Auch halten wir eine pädagogische Betreuung für unabdingbar“, heißt es in der Mitteilung von Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD).

Den Vorschlag, wieder ein Jugendparlament zu installieren, hatte zunächst die Fraktion Zusammen mit Bürgern (ZmB) gemacht. Nach ihrem im Februar vergangenen Jahres vorgestellten Konzept hätte das neue Gremium eher den Charakter eines Rollenspiels gehabt. Das Parlament hätte statt aus den nun geplanten 15 sogar aus 45 Delegierten bestanden. Dieses wäre zudem analog der Sitzverteilung im Stadtparlament besetzt gewesen. Die Schüler hätten spielerisch als eine der sechs Fraktionen oder als der Stadtverordnete der Linken fungiert.

Schon damals waren die Reaktionen auf diesen Vorstoß aber nicht allzu positiv. Ein nur spielerisches Kennenlernen des Parlaments bringe es eigentlich nicht, sagte etwa Bürgermeister Hoffmann damals der FR.

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