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Offenbach

Schritt für Schritt zum sauberen Wasser

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Sanierung und Restaurierung des Schultheisweihers in Offenbach geht voran. Die größte Hoffnung ruht auf einer Phosphateliminationsanlage. Am 1. Mai soll der See für die Bevölkerung geöffnet werden - wenn es Corona zulässt.

Mehrere Dutzend Meter Flatterband ziehen sich um den Schultheisweiher im Offenbacher Norden. Sie umrahmen die sogenannten Schilfinseln am Nordufer des rund zehn Hektar großen Sees, die bereits im November gepflanzt worden sind. Sie sollen der großen Nilganspopulation den freien Blick auf das Wasser nehmen, was für die Tiere die Attraktivität des Strandes und der Liegewiese als Aufenthaltsort und somit als Brütort reduzieren soll. „Der Vogelkot ist ein Faktor für den Phosphoreintrag im Wasser“, erklärt Heike Hollerbach, Leiterin des Umweltamts.

In den vergangenen Jahren haben die überhöhten Phosphatwerte zur Bildung von Cyanobakterien, also Blaualgen geführt, die bei Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Gleichzeitig sterben dadurch die Fische, weil die Algen dem See den Sauerstoff entziehen. Seit zwei Jahren arbeitet die Stadt an der Sanierung und Restaurierung des Schultheisweihers, um den Badebetrieb spätestens ab kommenden Sommer dauerhaft zu sichern. Im vergangenen Jahr blieb der See, der keinen Zu- und Ablauf hat und sich nur aus Regen- und Grundwasser speist, wegen Corona und den Arbeiten komplett geschlossen.

Die Schilfbepflanzung ist nur eine von vielen Maßnahmen zur Restaurierung des Weihers im Naturschutzgebiet Rumpenheimer und Bürgeler Kiesgruben. An diesem Wochenende werden Taucher:innen die Unterwasserwelt fotografieren.

„Die Sichttiefe ist aktuell sehr gut, und die Bedingungen sind ideal, um Informationen zum aktuellen Gewässerzustand zu sammeln“, erläutert Alexander Jeschke, stellvertretender Amtsleiter des Umweltamts. Die größte Hoffnung der Stadt, um das Ökosystem zu stabilisieren, ruhen auf der Phosphateliminationsanlage, die am Südufer in Betrieb genommen werden soll. Sie soll durch ein Rohr das Wasser einsaugen, es filtern und dann durch ein anderes Rohr wieder sauber in den See zurückführen. Allerdings wird es bis zur Lieferung noch rund sechs Monate dauern. Wie viel Wasser sie verarbeiten kann, müsse man abwarten, wenn sie in Betrieb ist, teilt Hollerbach mit. Darüber hinaus wird über ein Netz von Grundwassermessstellen untersucht, wie viele Nährstoffe aus dem Umland durch den Grundwasserzustrom eingeleitet werden.

Neben der Reinheit des Wassers spielen noch andere Faktoren eine Rolle, etwa der Bestand an Fischen und an Krebsen. „Wir haben zwei Krebsarten im Weiher, die da nicht sein sollten“, sagt Hollerbach. Mit dem Einsatz von Fraßfischen wurde die Population etwa des Amerikanischen Sumpfkrebses reduziert, „aber ganz rauskriegen werden wir ihn wohl nicht“, so Hollerbach. Zudem werden Stellnetze eingesetzt, um Fische wie Karpfen zu fangen, die dort ebenfalls nicht sein sollen.

Die Öffnung des Weihers für die Bevölkerung plant die Stadt ganz regulär am 1. Mai. Vorausgesetzt, die Coronavirus-Pandemie lässt es zu. Dann hängt es vom Wetter ab, wie lange der Weiher geöffnet bleiben kann. Wird es zu heiß, droht eine frühe Schließung.

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