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Schulleiterin Gabriele Schranz in der im Keller untergebrachten Schulmensa.

Offenbach

Schlechte Luft und zu viel Lärm

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Eltern sammeln Unterschriften für sofortige Behebung des Sanierungsstaus an der Goetheschule.

Fehlender Rettungsweg, Mensaräume im Keller, schlechte Luft in den Klassenzimmern: Die Liste der Mängel an der Goetheschule im Nordend ist lang. Doch obwohl sie schon seit Jahren bekannt sind, wird eine Sanierung immer wieder verschoben. Die Eltern der Schüler haben nun eine Unterschriftenaktion zur Behebung des Sanierungsstaus gestartet. Am Donnerstag sammelten sie und ihre Kinder erstmals zum Markt am Goetheplatz Unterschriften, auch bei der Internetplattform „Openpetition“ haben sie eine Aktion gestartet.

„Es reicht uns einfach, wir werden von der Stadt immer wieder vertröstet, und nichts ändert sich“, sagt Kira Tadrovski, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Mit anderen Müttern hat sie einen Stand aufgebaut und informiert Passanten über die Zustände an der Schule. Unterstützung bekommt sie von Lehrerinnen und Schulleiterin Gabriele Schranz. „Die Probleme sind ja lange bekannt“, sagt Schranz. Etwa, dass das Raumklima in den Klassen problematisch ist: Im Sommer heizen sich die Räume schon morgens rasch auf, die 2017 angebrachten Rollos schaffen keine Abhilfe.

„Im letzten Sommer herrschten schon um halb neun gefühlte 30 Grad in den Räumen“, sagt Tadrovski. Dazu sei die Luft in den Klassenräumen schlecht, die Kinder würden über Kopfschmerzen klagen - doch Lüften sei ein Problem. „Die Fenster sind so groß, dass sie beim Öffnen bis auf die Plätze der Kinder reichen - außerdem dringt dann der ganze Lärm hinein“, sagt sie.

Abhilfe würden Fenster mit Oberlichtern zum Lüften schaffen, doch diese gibt es in der Schule nicht . Besonders aber ärgern sich die Eltern über die Mensa: Diese ist in der ehemaligen Lehrküche im Keller untergebracht, vergitterte Fenster und Kellergeruch inklusive. „Und dort werden über 200 Kinder versorgt, das ist einfach unwürdig“, sagt eine Mutter.

Die Eltern fordern die Stadt auf, zu prüfen, ob auf dem angrenzenden Gelände des 2. Polizeipräsidiums eine Mensa errichtet werden könnte. Auf Nachfrage der FR kann die Stadt den Eltern aber nur wenig Hoffnung auf Besserung machen: Neue grundhafte Sanierungen außer den schon beschlossenen könnten „auf längere Zeit nicht mehr geplant werden“, da zunächst der stark wachsenden Schülerzahlen wegen Neu- und Erweiterungsbauten Vorrang hätten. Allerdings wolle die Stadt zwei Millionen Euro für Teilmaßnahmen an Schulen, die noch nicht saniert wurden, bereitstellen, so Sprecherin Kerstin Holzheimer. Außerdem hoffe die Stadt auf Fördergeld vom Land durch ein neues Investitionsprogramm oder aus dem Regionalfonds Flughafen. Damit sollen Schall- und Sonnenschutz, neue Fenster und die Sanierung der Sanitäranlagen finanziert werden. Momentan würde geprüft, welche Fördertöpfe in Frage kämen.

Den Eltern reicht dies aber nicht. „Mit Teilsanierungen ist uns nicht geholfen, wir brauchen mehr“, sagt Tadrovski. Zumal auch nur teilweise Verbesserungen zu lange auf sich warten ließen, sagt sie. So darf zum Beispiel seit knapp zwei Jahren der Gymnastikraum der Schule wegen eines fehlenden zweiten Rettungsweges nicht genutzt werden.

„Im November war ich in der Stadtverordnetenversammlung, als der Rettungsweg Thema war - danach dachte ich, es täte sich endlich etwas“, sagt Tadrovski. Auch Gabriele Schranz war sich sicher, dass nun gebaut würde. Doch laut Stadt hat der Magistrat erst am 27. März den Bau des zweiten Rettungswegs beschlossen, Ende April werden die Stadtverordneten darüber abstimmen. „Schon wieder sind Monate vergangen, ohne dass etwas geschehen ist“, sagt Tadrovski.

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