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Blick auf das Hochhaus.

Offenbach

Ein Schandfleck verschwindet

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Parallel zum Umbau des Kaiserleikreisels entsteht daneben ein neues Quartier mit 830 Wohnungen.

Heute noch trostloser Ort, bald schon Zukunftsquartier: In die Hochhäuser am Kaiserleikreisel, in denen ehemals Siemens-Ingenieure Atomkraftwerke planten, soll in absehbarer Zukunft neues Leben einziehen. Die CG-Gruppe, die 2014 die Gebäude sowie das gesamte Areal zwischen Kaiserleikreisel, Berliner Straße, Goethering und Strahlenbergerstraße gekauft hat, darf nun anfangen zu bauen. Das teilte das Unternehmen mit.

Das Gebiet ist rund 36 000 Quadratmeter groß und umfasst im Norden auch das Gebäude, das das Best-Western-Hotel beherbergt. Bis Mai 2020 soll hier ein neues Quartier entstehen, das im Osten an das geplante Goethequartier angrenzt und beim Entwickler den Namen Vitopia Kampus Kaiserlei trägt.

Stehen bleiben werden langfristig nur die beiden Hochhäuser der Kraftwerksunion (KWU). Die anderen Gebäude werden abgerissen. An ihrer Stelle sowie auf der Brache am Goethering werden drei große neue Gebäude errichtet, die sechs oder sieben Stockwerke hoch sein sollen.

Neben 271 Wohnungen entsteht hier Platz für Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote. Geplant sind auch ein neues Hotel sowie ein Rechenzentrum und eine Kita. Wer die Einrichtungen betreiben wird, ist noch unklar.

Für den Erwerb der Grundstücke und die Entwicklung des Quartiers investiert die CG-Gruppe insgesamt 300 Millionen Euro.

Los geht es nun zunächst mit dem Entkernen und Umbau der beiden Hochhäuser. Das langgezogene Hochhaus an der Berliner Straße wird in der Mitte zurückgebaut, so dass es künftig von der Straße gesehen einem U ähnelt.

Die bisherigen Büro- und Besprechungsräume sollen künftig zu 569 Service-Wohnungen mit einer Fläche von 40 bis 55 Quadratmetern umgebaut werden. Außerdem soll es im ehemaligen KWU-Komplex Co-Working-Spaces geben sowie Einzelhandel, einen Marktplatz mit Restaurants und Cafés sowie einen Fitness-Bereich.

In dem parallel zur Berliner Straße liegenden (zweigeschossigen) Verbindungsriegel soll zudem ein Schwimmbad mit drei 25-Meter-Bahnen für die Mieter der Service-Appartements gebaut werden.

Auch die Stadt wird ein Recht haben, es zu nutzen – etwa für Schulschwimmen. Für die Öffentlichkeit wird es jedoch nicht zugänglich sein. Weiterhin soll es ein Angebot für Carsharing geben.

Der Mix sieht 60 Prozent Wohn- und 40 Prozent Gewerbeflächen vor. Die Wohnungen sollen vermietet werden und an Kapitalverwaltungsgesellschaften verkauft werden – schlüsselfertig oder vermietet.

Die Service-Appartements vermarktet die CG-Gruppe unter dem Namen „New Frankfurt Towers“ selbst. Sie folgen dem Konzept „Vertical Village“ (siehe Infobox).

Der Bau einer Kita ist im städtebaulichen Vertrag zwischen Investor und Stadt festgeschrieben. Abhängig ist er jedoch von einer Sondergenehmigung – wegen Fluglärms dürfte in diesem Gebiet nämlich eigentlich keine Kita oder Schule gebaut werden.

Von knapp 20 000 Quadratmetern Wohnfläche, die zusätzlich zu den Service-Appartements in den beiden Hochhäusern entstehen, werden 3000 dem geförderten Wohnungsbau unterliegen, sind also für Personen mit Wohnberechtigungsschein vorgesehen. Das sollen rund 50 Wohnungen sein. In den übrigen Wohnungen plant die CG-Gruppe eine durchschnittliche Miete von 14,50 Euro pro Quadratmeter.

Laut der Pressemitteilung der CG-Gruppe sollen 70 Prozent der Flächen CO2-neutral beheizt werden. Um das zu ermöglichen, soll unter dem Quartier Deutschlands größte Geothermieanlage mit 220 Erdsonden entstehen.

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