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Die Samson AG wird vom Osthafen in Frankfurt bald nach Offenbach ziehen.
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Die Samson AG wird vom Osthafen in Frankfurt bald nach Offenbach ziehen.

Offenbach

Samson AG bringt Gewerbesteuer

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Ansiedlung der Samson AG auf dem Innovationscampus in Offenbach läutet die Entwicklung eines CO2-neutralen Industriestandorts ein.

Daniela Matha wird in den kommenden Monaten sehr viel zu tun haben. Sie ist Geschäftsführerin der Stadtwerke-Gesellschaft Inno – Innovationscampus GmbH und Co. KG, die das ehemalige Clariant-Gelände im Auftrag der Stadt Offenbach entwickelt. Diese war im April 2020 mit der endgültigen Unterzeichnung des Kaufvertrags für das 36 Hektar große Gelände in Höhe von 6,95 Millionen Euro gegründet worden. Mit der geplanten Ansiedlung der Samson AG, dem Ventilhersteller aus Frankfurt, auf einer Fläche von 143 000 Quadratmetern „müssen wir jetzt sehr viele Dinge parallel bearbeiten“, sagt Matha.

Da wäre die Erschließung mit Zufahrtsstraßen zwischen der Unteren Grenzstraße und der Mainstraße. „Das werden wir zügig angehen müssen“, betont sie. Darüber hinaus werden Gespräche mit dem Regierungspräsidium Darmstadt über das Grundwasserkonzept sowie die sogenannten Hotspots geführt. Das sind die Bereiche, die nach über 150 Jahren chemischer Industrie nicht so belassen werden können. „Die müssen abgedeckt, abgegraben oder eingekoffert werden“, erklärt Matha. Clariant habe gute Vorarbeit geleistet und sehr weitreichende Untersuchungen vorgenommen. Auf diese hatte die Stadt im Zuge des Ankaufsprozesses auch Zugriff. Zwar könne man vor Überraschungen nie gefeit sein, „aber wir haben weitgehend bestmögliche Sicherheit“, betont Matha.

Natürlich wird die Inno das alles in enger Abstimmung mit der Samson AG tun, deren Vorstandschef Andreas Widl schon eine Vision für das Energiekonzept des neuen Standorts hat, die auch Matha teilt. „Wir wollen eine CO2-neutrale Industrie entwickeln. Das wäre deutschlandweit einmalig.“ Es solle ein moderner und innovativer Produktionsstandort werden für die rund 2000 Arbeitsplätze von Samson.

Der Kämmerer jubelt

Gleichzeitig geht es auch darum, die Projektentwicklung auf dem Areal voranzutreiben. 12,3 Hektar sollen noch vermarktet werden, auf den restlichen 9,3 Hektar soll ein Park entstehen. „Wir sind dabei, ein Zwischennutzungskonzept zu entwickeln. Was können wir wie schnell öffnen? Was wollen wir dort umsetzen?“, sagt Matha. Der Energieversorger Offenbach (EVO) muss sein Umspannwerk umbauen, dabei soll antizipiert werden, was die Samson AG benötigt.

Für die vier denkmalgeschützten Gebäude auf dem Areal gibt es noch keine konkreten Pläne, aber erste Ideen. Zunächst müssen die seit Jahren leerstehenden Gebäude gesichert, deren Dächer und die maroden Heizungssysteme repariert und instandgesetzt werden.

Planungsdezernent Paul Gerhard Weiß (FDP) versichert, dass das Projekt in der Verwaltung oberste Priorität genießt. Schließlich winken der Stadt in den kommenden Jahrzehnten hohe Gewerbesteuereinnahmen, die die klamme Kommune so dringend braucht. Von den 10 500 Gewerbebetrieben in Offenbach sind nur 21 Prozent tatsächlich gewerbesteuerpflichtig. „Und nur 80 davon, das sind 0,8 Prozent, sind über 100 000 Euro-Zahler“, rechnet Kämmerer Peter Freier (CDU) vor. „Ein Unternehmen wie Samson, das 600 Millionen Euro Umsatz macht, wird mehr als 100 000 Euro zahlen.“

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) setzt weiter auf die Diversifizierung des Wirtschaftsstandorts Offenbach. Er berichtet, dass rund 80 Prozent der Unternehmen und Produkte sich durch die Digitalisierung und die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz verändern müssen. Offenbach will da als Standort ganz vorne mitmischen. Deshalb fängt die „Arbeit jetzt erst an“, betont Schwenke.

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