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Individuelle Läden

Potenzial für Läden mit Anspruch

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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Geschäftsfrau Mechthild Diefenbach und die IHK sehen Nischen in der Offenbacher City.

Skepsis habe ihr vor allem entgegengeschlagen, wenn sie von ihrem Traum vom eigenen Geschäft mit schönen Dingen für Haus und Garten erzählt habe, sagt Mechthild Diefenbach. Sie sitzt in einem der beiden gemütlichen Sessel im Eingangsraum ihres im September in der Bleichstraße eröffneten Ladens „4 Zimmer & Garten“.

Von hier aus hat sie durch die großen Schaufenster einen Logenplatz mit Blick auf den Wilhelmsplatz mit seinem Wochenmarkt. Um sie herum sind die schönen Dinge, von denen sie geträumt hat. Exklusive Papiere, schöne Bänder, ausgewähltes Geschirr, ausgefallene Dekoartikel und originelle Gartenartikel werden hier angeboten.

Geht so was? In Offenbach? In einem Preissegment, dass den Normalverdiener zwar nicht in die Knie zwingt, aber doch deutlich über dem der nur wenige hundert Meter entfernt liegenden Filiale einer bundesweit agierende Dekoartikelkette entfernt?

„Ich war selbst überrascht, wie gut es läuft“, sagt Mechthild Diefenbach entspannt. Nicht nur der Umsatz, auch die Resonanz auf ihr Sortiment sei ermutigend: „Viele Kunden haben sich sogar bedankt, dass es jetzt einen solchen Laden in Offenbach gibt – so etwas habe ich noch nie erlebt.“

Die gebürtige Offenbacherin, die in einer Apotheke in Frankfurt gelernt hat und auch lange in der Nachbarstadt lebte, hat sich die Neueröffnung gut und lange überlegt. In der Apotheke ihres Mannes Hans Diefenbach hat sie zuvor schon viele Jahre die zum Wilhelmsplatz und der Bieberer Straße hin gelegenen Schaufenster dekoriert.

„Wir wollten keine Schmerzmittel ausstellen“, sagt sie nachdrücklich. Auf Fachmessen für Dekoartikel habe sie nach Beiwerk gesucht, sei schließlich von Kunden auf die ständig wechselnden Fenstergestaltungen angesprochen worden, bis daraus die Geschäftsidee wurde. „Nein, das ist nicht nur ein Hobby“, sagt sie.

Bilder aus dem eigenen Haushalt schmücken den Laden „und viele Kunden bedauern dann, dass man so etwas in Offenbach ebenfalls nicht mehr kaufen kann“. Dabei sieht sie durchaus Potenzial. „Viele Frankfurter ziehen jetzt hierher, es gibt sehr viele Kreative in der Stadt – ich bin überzeugt, dass es noch Platz für individuelle Läden in der Stadt gibt – man muss sich nur trauen.“

Ähnlich sieht es Frank Achenbach, Geschäftsführer der IHK Offenbach. Zwar habe Offenbach eine insgesamt schwächere Kaufkraft als beispielsweise Rodgau, Heusenstamm oder Neu-Isenburg, aber es gebe durchaus Klientel in der Stadt, das höheres Interesse an guter Qualität als an einem günstigen Preis habe.

„Gerade der Wochenmarkt ist ein Anziehungspunkt auch für kaufkraftstarke Kunden aus dem Kreisgebiet und auch aus Frankfurt.“ Inzwischen gebe es einige inhabergeführte Geschäfte in der Innenstadt mit einem gehobenen Sortiment. „Das zeigt, dass es noch Potenzial gibt,“ sagt Achenbach, „die Nische für das kaufkraftstarke Klientel ist noch nicht voll belegt, aber man muss sich etwas einfallen lassen“.

Diefenbach hat beispielsweise neben einem Verpackungsservice ein Sortiment, dass der Dekogroßhändler am Marktplatz niemals bieten könnte: Kleine Tierchen, die von der Berliner Künstlerin Salon Sofie immer dann hergestellt werden, wenn sie gerade Lust hat. „Das kann ich natürlich nicht in großen Mengen verkaufen.“ Ursprünglich hatte sie auch überlegt, ihren Laden in Frankfurt zu eröffnen. „Aber die Mieten waren zu hoch“, sagt sie pragmatisch und setzt hinzu: „Und neue ausgefallenere Läden tun Offenbach auch gut“.

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