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Das Hauptpostamt an der Marienstraße schließt spätestens im Sommer 2018.
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Das Hauptpostamt an der Marienstraße schließt spätestens im Sommer 2018.

Post in Offenbach

Post verlässt Standort in der Innenstadt

  • Agnes Schönberger
    VonAgnes Schönberger
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Die Post räumt ihren Standort in der Offenbacher Innenstadt. Der Grundstücksbesitzer plant Wohnungen auf einem 12.000 Quadratmeter großen Areal. Die SPD fordert eine Ersatzfiliale.

Die Post wird ihren Standort an der Marienstraße in der südlichen Innenstadt aufgeben. Der angekündigte Wegzug des Hauptpostamtes mit seinen 34 Briefträgern und 80 Paketzustellern sowie 750 Postfächern wird in der Stadt als städtebauliche Chance gesehen. Das Gelände ist 12 000 Quadratmeter groß. Nicht nur Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) kann sich dort eine Wohnbebauung „mit möglichst viel Grün“ vorstellen.

Auch der Grundstücksbesitzer, eine Luxemburger Gesellschaft, will dort Wohnungen errichten. Auf der Immobilienfachmesse Expo Real in München Anfang Oktober hat der Eigentümervertreter, das Frankfurter Unternehmen Dream Global Advisors, nach Angaben Schneiders bereits entsprechende Vorschläge präsentiert. „Die finden wir als Stadt erstmal positiv“, sagte er.

Die Pläne, die eine Blockrandbebauung zum Bahndamm hin vorsähen, seien „diskussionswürdig“. Schneider betonte, der Bebauungsplan müsse geändert werden. Aktuell ist das Areal als Mischgebiet ausgewiesen. Der OB kündigte an, ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren zu starten, sobald der Investor einen Bauantrag gestellt habe. „Vor Frühjahr 2018 wird das aber sicher nichts“, meinte er.

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist eine Sonderform des Bebauungsplanes, der nur dann Anwendung findet, wenn der Investor über die gesamte Fläche verfügt und wesentliche Details des Vorhabens feststehen. In einem Vertrag verpflichtet sich der Bauträger gegenüber der Stadt zur Übernahme der Planungs- und Erschließungskosten sowie zur Fertigstellung des Vorhabens innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Das Gelände an der Marienstraße ist mit 12 000Quadratmetern eine der großen Flächen in der Innenstadt, wo Wohnraum geschaffen werden soll. Wie viele Wohnungen dort tatsächlich entstehen könnten, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Dichte und Höhe der Bebauung oder dem Grünflächenanteil. Im „Goethequartier“ an der Grenze zum Kaiserleigebiet sollen auf 19 000 Quadratmetern Fläche 330 Wohnungen entstehen, auf dem Gelände der Seifenfabrik Kappus an Luisen- und Ludwigstraße sind auf 17 300 Quadratmetern 310 Wohnungen geplant.

Der SPD-Stadtverordnete Holger Hinkel begrüßte die geplante Wohnnutzung auf dem Post-Areal. Die Nachfrage sei da. Er erinnerte daran, dass das Senefelderquartier, in dem sich das Hauptpostamt befindet, in das Landesprogramm „HEGISS - Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Eine Wohnbebauung mit öffentlicher Grünanlage und Spielplatz würde gut in das Entwicklungskonzept passen, dessen Ziel es sei, den Stadtteil als Wohnquartier attraktiver zu machen. Hinkel will auch prüfen lassen, ob der Standort für eine neue Grundschule geeignet ist.

Die SPD verlangt, die Post müsse auch künftig eine zweite städtische Filiale neben der am Aliceplatz betreiben. Hinkel schlägt als Standort den Hauptbahnhof vor, OB Schneider fände eine Filiale auf dem früheren MAN-Gelände gut, weil es dort viele Parkplätze gebe.

Nach Angaben von DHL-Sprecher Stefan Heß ist der Umzug für Sommer 2018 angedacht. Briefpost und die 750 Postfächer würden auf das Gelände des Offenbacher Briefzentrums an der Sprendlinger Landstraße 220 umziehen. Für das Gros der Postfachkunden werde die Entfernung „in etwa gleich bleiben“, sagte Heß. Noch auf der Suche ist die Post nach einem Gelände für den stark wachsenden Paketdienst. Das frühere Mercedes-Gelände an der Daimlerstraße sei eine Option, die geprüft werde, so der Sprecher.

Iris Laduch-Reichelt vom Postbank-Pressedienst teilte auf Anfrage mit, die Räume an der Marienstraße seien zum 30. Juni 2018 gekündigt worden. Man habe die Suche nach einem alternativen Standort bereits in Auftrag gegeben. Nach ihren Angaben wird es in dem Viertel auch künftig eine Postbank geben. „Man wird dort Geld abheben und Pakete aufgeben oder abholen können“, sagte sie.

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