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Gefährlicher Job: In und um Offenbach häufen sich zurzeit die Raubüberfälle auf Taxifahrer.

Kriminalität

Taxi-Überfälle häufen sich

Raubüberfälle auf Taxi-Fahrer häufen sich zurzeit, bestätigt die Polizei. Im Raum Offenbach gab es innerhalb von 14 Tagen immerhin fünf solcher Delikte. Von Jörg Muthorst

Von Jörg Muthorst

Fast zeitgleich wurden am Samstagabend zwei Taxi-Fahrer Opfer von Raubüberfällen. Der Tathergang war fast identisch. Ein Fahrgast lockte seinen Chauffeur in eine dunkle Gegend, wo bereits ein bewaffneter Komplize wartete: In Dreieich im Dreieichenhainer Industriegebiet, in Offenbach, wo der Fahrgast am Ostbahnhof zustieg, an einer Bürgeler Gartenanlage.

Bereits tags zuvor hatte sich am Ostbahnhof ein ebenfalls mit Schal vermummter Mann in eine Droschke gesetzt. In der Helene-Mayer-Straße bedrohte dann ein zweiter Mann den Fahrer mit einer Schusswaffe. Die Polizei prüft noch, ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt. Das gilt auch für zwei weitere Delikte vor zwei Wochen.

Raubüberfälle auf Taxi-Fahrer häufen sich zurzeit, bestätigt die Polizei. Im Raum Offenbach gab es innerhalb von 14 Tagen immerhin fünf solcher Delikte. "Wir haben da ein Auge drauf", versichert Ingbert Zacharias, Sprecher des Offenbacher Polizeipräsidiums Südosthessen

Albert Schmidt, Vorstand der Genossenschaft Taxi-Funk Offenbach eG, ist von der Häufung der Fälle nicht überrascht. In der Vorweihnachtszeit würden mehr Fahrer ausgeraubt als im übrigen Jahr. Über die Gründe könne nur spekuliert werden. "Vielleicht ein in dieser Zeit erhöhter Geldbedarf." Für Straßenräuber bleibe ein Taxi-Fahrer mit seinem schnell verfügbaren Bargeld leider ein "Beuteobjekt", bedauert Zacharias.

Polizei und Taxi-Branche arbeiten eng zusammen. Für Fahrer gebe es Stress-Seminare, in denen sie lernten, in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, berichtet Schmidt. In Bürgel sei es dem Fahrer gelungen, durch laute Hilferufe die Täter in die Flucht zu schlagen. Das gelinge aber nicht immer. Und auch Helfer müssten lernen, solche Situationen richtig einzuschätzen. Seminare eines Präventionsrates, der auch für Offenbach im Gespräch sei, könnten dabei helfen.

Die Fahrer, sagt Schmidt, führten Tränengas mit sich, aber keine Waffen. Per Funk könnten sie einen Notruf an die Zentrale absetzen. Überfälle seien zum Glück selten, sagt Schmidt. Das Risiko, in einen Unfall zu geraten, sei vergleichsweise höher.

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