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Sascha Baumbach ist einer der neuen Bademeister.
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Sascha Baumbach ist einer der neuen Bademeister.

Schwimmbad auf der Rosenhöhe

Politik entscheidet übers Schwimmbad

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die Stadt muss an allen Ecken und Enden sparen, damit sie unter den Schutzschirm des Landes kommt. Aber geht das am Schwimmbad auf der Rosenhöhe noch, ohne den Betrieb zu gefährden? EOSC-Vorsitzender Wörner glaubt, dass es weitergeht.

Kraftvoll tauchen die Köpfe ins Wasser ein, Arme verdrängen das Nass und Beine treten sich energisch vorwärts. Fünf Stunden täglich trainiert die Oberliga der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften des Ersten Offenbacher Schwimm-Clubs (EOSC) in den Winterferien. Das große Becken im Schwimmbad auf der Rosenhöhe, das unter der abnehmbaren Traglufthalle wie ein Hallenbad wirkt, ist zur Hälfte dafür abgetrennt. Unermüdlich haben die Mädchen und Jungen gestern darin ihre Bahnen gezogen. „Wir sind ein erfolgreicher und aufstrebender Verein“, sagt EOSC-Cheftrainer Benjamin Friedrich. Die Schwimmer nehmen an Hessen-, Süddeutschen- und deutschen Meisterschaften teil. Friedrich reicht das nicht. Er möchte Siege.

Ob die möglich sind, hängt auch davon ab, ob und in welcher Form das vom Schwimmclub betriebene Schwimmbad fortgeführt werden kann. Mit verkürzten Öffnungszeiten? Als reines Vereinsbad? Oder mit noch weniger städtischen Zuschüssen? Seit 1993 habe sich die Unterstützung von 440000 Euro im Jahr nicht erhöht, berichtet EOSC-Vorsitzender Matthias Wörner. Aber allein die Energiekosten für das Schwimmbad beliefen sich 2012 bereits auf 370000 Euro. Vergangenes Jahr hat es 120000 Euro Miese eingefahren.

Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt die Stadt noch mehr sparen muss. Die Amtsleiter im Rathaus haben bis kommenden Donnerstag der Kämmerei Sparvorschläge einzureichen, auch der Sportamtsleiter Jürgen Weil, in dessen Verantwortung das Schwimmbad liegt. Um unter den Kommunalen Schutzschirm schlüpfen zu können, muss an allen Ecken und Enden noch mehr geknausert werden. Für den Schwimmbetrieb wurden mehrere Varianten erarbeitet. Wie die aussehen, möchte Weil nicht verraten. Wörner ist aber optimistisch, dass es weitergeht. Gemeinsam mit der Stadt habe der Verein ein Konzept für die Zukunft des Bads entwickelt.

Billiger geht es nicht

Wörner ist überzeugt davon, dass die Stadt das einzige Offenbacher Schwimmbad nicht schließen kann, da laut hessischem Kultusministerium Schulschwimmen angeboten werden müsse. Billiger als beim EOSC sei ein Bad aber nicht zu haben, da der Verein vieles ehrenamtlich erledige, wofür städtische Bäder Gehälter zahlen müssten. Die Stelle des Badgeschäftsführers etwa hat der EOSC von einer halben auf eine viertel Stelle zusammengestrichen; der Rest wird ohne Bezahlung gemacht. Aber alles gibt es nicht zum Nulltarif. Das Nichtschwimmerbecken etwa muss repariert werden, weil die Kacheln fehlen oder kaputt sind. Ohne dieses Becken sei das Bad im Sommer gar nicht denkbar, weil die Kinder darin toben. „Wir haben auch eine soziale Verantwortung“, sagt Wörner. Zwei Fachangestellte für Bäderwesen mussten im November eingestellt werden, weil sie vorgeschrieben sind.

„Die Stadt hat eine Verpflichtung gegenüber den Schülern“, gibt auch Weil zu. Verlagert werden könne das Schulschwimmen in die Nachbarstädte nicht, weil es dort keine Kapazitäten mehr gebe. Die Stellen der Bad-Fachangestellten würden von der Stadt „anerkannt“, weil sonst kein Bad öffnen dürfe, so Weil. Wie es weitergeht, müssten letztendlich die Stadtverordneten entscheiden. Nicht nur die EOSC-Schwimmer werden genau beobachten, wie abgestimmt wird.

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