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Der Turm von St. Matthias in Nieder-Roden.
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Der Turm von St. Matthias in Nieder-Roden.

Rodgau

Pfade in die Vergangenheit

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Eine neue Broschüre zeigt, was es in den fünf Stadtteilen alles zu entdecken gibt.

Seligenstadt hat die Basilika, Dreieichenhain die Burgruine, Heusenstamm das Schloss. Und Rodgau? Viel sehenswertes hat die größte Stadt im Kreis Offenbach auf den ersten Blick nicht zu bieten. Dass es aber auch in Rodgau „sehr viel Interessantes zu entdecken gibt, wenn man sich die Mühe macht, auch in den Kleinigkeiten zu suchen“, wie es Stadtplanerin Monika Treske formuliert, erfährt, wer den Geschichtspfaden durch die fünf Stadtteile folgt, die Stadt und Heimatvereine vor drei Jahren auswiesen.

Am expressionistischen Wasserturm in Jügesheim, dem aus dem Jahr 1298 stammenden Turm der Nieder-Röder Kirche St. Matthias, am ehemaligen NS-Strafgefangenenlager und 38 anderen Punkten im Stadtgebiet sind seitdem erläuternde Tafeln angebracht. Ein Flyer weist Besuchern oder Zugezogenen den Weg in die Rodgauer Vergangenheit.

Eine von der Stadt jetzt veröffentlichte 86-seitige Broschüre, die ihr langjähriger Beschäftigter Uwe Müller-Klausch mit allen Heimat- und Geschichtsvereinen erarbeitet hat, geht weit über dies hinaus. Zu finden sind nicht nur Details über Sehenswertes sowie eine bebilderte Liste aller denkmalgeschützten Objekte in Rodgau – Gebäude, Ensembles oder auch etwa besondere Kreuze und Bildstöcke.

Wer die Broschüre liest, erfährt wie nebenbei viel Interessantes über die Geschichte Rodgaus und seiner Stadtteile – von der Tannenmühle, wo Rodgauer Bauern 1799 mit Sensen und Dreschflegeln bewaffnet gegen die französischen Revolutionstruppen kämpften, über das Blutgericht, das einst in Hainhausen tagte, bis zu den nur teilweise umgesetzten Plänen, aus dem dörflichen Nieder-Roden am Reißbrett eine Stadt der Zukunft zu machen. Die „chinesische Mauer“, ein weithin sichtbarer Gebäuderiegel, aber auch das einst gerühmte Terrassenhaus an der Seestraße künden noch heute von der Zeit, als die „Gartenstadt Rhein-Main“ landesweit für Aufsehen sorgte. Nachzulesen ist etwa auch die Geschichte der jüdischen Dudenhöfer Familie Reinhardt, die in der Pogromnacht des 9. November 1938 von eigenen Nachbarn aus dem Haus geprügelt wurde – und an die heute ein Stolperstein erinnert.

Eigentlich sollte die Broschüre bereits vor einem Jahr erschienen sein. Doch Müller-Klausch wartete noch die Ergebnisse der erst vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen Grabung in den Überresten der Hainhäuser Wasserburg ab, die immerhin als Stammsitz des im hohen Mittelalter mächtigen Adelsgeschlechts der Eppsteiner gilt. Die nun vorgelegte Version ist dadurch sehr aktuell. Müller-Klausch hat sie noch vor drei Wochen aktualisiert.

Die Broschüre und der Flyer zu den Geschichtspfaden sind kostenlos im städtischen Bürgerservice erhältlich. Dort gibt es zudem einen 23 Minuten langen Film zum Thema für eine Schutzgebühr von 2 Euro zu kaufen.

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