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Die Kinder, die in der neuen Kita in der Christian-Pleß-Straße untergekommen sind, haben viel Platz zum Spielen.

Kinder in Offenbach

Neuer Kita in Offenbach fehlen Erzieher

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Wegen Personalmangels können in einer gerade eröffneten Kindertagesstätte im Senefelderquartier in Offenbach nicht alle Gruppen eröffnen. Die Stadt plant eine PR-Kampagne, um Erzieher anzuwerben.

Die Fassade der in einen neuen Wohnungsbau integrierten Kita in der Offenbacher Christian-Pleß-Straße ist frisch beigefarben verputzt und im Außenbereich der Einrichtung lädt zwischen neu gepflanzten Büschen und Bäumen ein großes Holzschiff zum Spielen ein. Doch das Kindergeschrei auf dem Gelände könnte durchaus ein paar Dezibel lauter sein. Der Grund: Bis zur Kita-Eröffnung am 6. August konnten nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher gefunden werden, um alle Gruppen in der neuen Einrichtung zu eröffnen. Betreuungsplätze für 62 Kinder konnten also anders als geplant noch nicht vergeben und besetzt werden.

Geplant war eigentlich, dass die neue „Kita 30“ – es ist die dreißigste städtische Kita in Offenbach – mit vier Kindergartengruppen, drei Krippengruppen und zwei Hortgruppen eröffnet. Doch noch immer sind zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe geschlossen. Das gleiche Problem besteht in der im vergangenen Jahr eröffneten Kita 28 am Hafen – dort ist wegen Personalmangels weiterhin eine Krippengruppe geschlossen.

„Wir tun alles, um die Stellen schnellstmöglich gut zu besetzen“, sagt die pädagogische Bereichsleitung des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO), Patricia Olbert. Die nächste Kindergartengruppe soll im November öffnen, die übernächste im Januar. Bei der Krippengruppe am Hafen sei geplant, sie „noch in diesem Jahr“ zu eröffnen. Es bestehe „ein großer Druck“, die Gruppen bald beginnen zu lassen, da „die Kinder eben nicht so einfach woanders unterkommen“, weiß Olbert.

Die Verantwortlichen bei der Stadt und bei der EKO müssen bei der Besetzung der vielen neuen Stellen kreativ sein und attraktivere Arbeitsbedingungen schaffen. So werden neue Mitarbeiter in den städtischen Kitas grundsätzlich nur noch unbefristet eingestellt und im Einzelfall helfe die kommunale Baugesellschaft GBO bei der Wohnungsfindung, heißt es bei der Stadt. Und Peter Schneider (Grüne), der bis vergangene Woche Offenbachs Kita-Dezernent war, hat vor seinem Ausscheiden aus der Lokalpolitik noch eine PR-Kampagne der Stadt zur Personalgewinnung im Kita-Bereich angekündigt.

Um mehr qualifizierte Arbeitskräfte für ihre Kitas zu gewinnen, hat die Stadt im Frühjahr zudem in Zusammenarbeit mit der Käthe-Kollwitz-Schule das Projekt „Quereinstieg“ begonnen: Kita-Angestellte aus anderen Berufssparten sollen in einer dreijährigen berufsbegleitenden Ausbildung – bei Weiterbezug des Gehalts – zu Erzieherinnen und Erziehern ausgebildet werden. Das ergibt Sinn, denn der EKO musste zuletzt vermehrt auf Beschäftigte ohne die übliche pädagogische Fachausbildung zurückgreifen. Das dauert jedoch. Um die neuen Gruppen möglichst bald zu eröffnen, wird deshalb versucht, intern Fachkräfte umzusetzen. Das war auch am Hafen der Fall, „um den Betrieb so ins Laufen zu bringen“, erzählt Olbert.

Das Problem wird nicht kleiner: Rund elf zusätzliche Kitas müssen Schätzungen zufolge in den nächsten fünf Jahren in Offenbach gebaut werden, um den Betreuungsbedarf in der Stadt zu decken, zum Beispiel im westlichen Nordend nahe des Kaiserleis und im Neubaugebiet Bieber-Nord. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum in den neuen Einrichtungen weitere 165 Stellen zu besetzen sind.

Glück hatten die Eltern im eher ländlichen Stadtteil Rumpenheim, wo im Frühjahr mit einem kleinen Fest die neue Kita 29 eröffnet wurde. Auch dort mussten Olbert zufolge zwar „interne Umsetzungen erfolgen“ – doch weil es eine eher kleine Einrichtung mit „nur“ 74 Kindern ist, konnten alle 11,6 Stellen dort rechtzeitig besetzt werden.

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