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Offenbacher Kickers und Oktoberfest – das geht gut zusammen.

Kickers Offenbach

Superstimmung auf Oktoberfest

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Das Bier stammt aus Kempten im Allgäu, zu essen gibt es Weißwürste und Schweinshaxe und fast alle tragen Dirndl oder Lederhose. Dass auch Offenbacher Oktoberfest können, haben die Kickers-Anhänger im Stadion auf dem Bieberer Berg gezeigt.

Jürgen Weber, Vorstandsvorsitzender der Sparda Bank, die sich die Namensrechte am Kickers-Stadion sicherte, sticht das Bierfass an. Drei Schläge, dann läuft der Saft.

Bei Schunkel- und Blaskapellenmusik steigt die Stimmung auf dem ersten OFC-Oktoberfest schnell auf Hochtouren, schon um halb acht stehen einige klatschend auf den Bänken. Alle 820 Eintrittskarten für das Festzelt sind vergeben, die Tickets gingen im Vorverkauf weg wie warme Semmeln. Nur eines verwundert: Die sonst bei Kickers-Festen so präsenten Kutten sind nicht zu sehen. Auch die Prominenz erscheint in Tracht: OFC-Vizepräsidentin Barbara Klein, OFC-Präsident Claus-Arwed Lauprecht, Trainer Rico Schmitt.

Nur aus Spaß an der Freude wird das Oktoberfest allerdings nicht gefeiert. Der Verein leidet unter der Insolvenz der OFC GmbH, die Ende des Jahres beendet werden soll. Die Zuwendungen, die früher der Kickers-Verein von der Profifußball betreibenden Kickers-GmbH erhielt, fließen nicht mehr. Der Verein muss nun zusehen, wie er für die Jugendmannschaften zu Geld kommt. Durch den Weltrekord im Ticketverkauf für das Jugendspiel im September konnte der Verein, wie jetzt nach der Schlussabrechnung bekannt wird, 30 000 Euro verbuchen.

Das Oktoberfest soll wieder Geld in die Kassen spülen. Der glückliche Umstand, dass die Sparda Bank das am Vorabend für eine Firmenfeier genutzte Festzelt zur Verfügung stellte, senkt die Kosten erheblich. OFC und die städtische Stadionbetreibergesellschaft SBB organisieren das Fest gemeinsam, die Einnahmen werden sie sich zu gleichen Teilen teilen.

Gesellschaftliche Ereignisse als Chance

OFC-Eventmanager Frank Schwarzhaupt hofft auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag allein für den Verein. „Wir müssen unsere Finanzen unabhängig davon machen, ob der Ball ins Tor geht“, sagt er. Gesellschaftliche Ereignisse zu organisieren erscheint da als Chance . „Ich bin stolz, dass das so gut angenommen wird“, sagt er, „bei diesem Erfolg gehe ich davon aus, dass es im nächsten Jahr ein zweites Oktoberfest geben wird.“ Auch Peter Walther, Geschäftsführer der SBB und ihrer Stadtwerke-Mutter SOH, möchte das durch die Insolvenz und den Kickers-Abstieg erlittene Defizit durch das Fest etwas schmälern. Fünf Millionen Euro sind der SBB durch fehlende Mieteinnahmen flöten gegangen.

Sparda Bank-Vorsitzender Weber versichert, den OFC trotz seiner Fehlschläge nicht im Stich zu lassen. Der Vertrag für die Namensrechte des Stadions ist bis 2020 gültig. „Auch die vierte Liga ist für uns kein Beinbruch“, sagt Weber, „dort hat der OFC mit vielen Vereinen aus der Umgebung zu tun.“ Schließlich mache seine Bank ihre Hauptgeschäfte in Hessen. Vielleicht steht deshalb auf dem Oktoberfest auch Apfelwein auf der Karte.

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