Viel Verkehr in der Mainstraße. Dürfen Autofahrer künftig nur noch mit einer Umweltplakette in die Stadt fahren wie in Frankfurt? Müssen Lastwagen nachts bestimmte Straßen meiden oder reicht es, wenn die Ampelschaltung optimiert wird? Die Luft in Offenbach ist so schmutzig, dass die Stadt vom hessischen Umweltministerium aufgefordert wurde, für ihre Reinhaltung zu sorgen.
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Viel Verkehr in der Mainstraße. Dürfen Autofahrer künftig nur noch mit einer Umweltplakette in die Stadt fahren wie in Frankfurt? Müssen Lastwagen nachts bestimmte Straßen meiden oder reicht es, wenn die Ampelschaltung optimiert wird? Die Luft in Offenbach ist so schmutzig, dass die Stadt vom hessischen Umweltministerium aufgefordert wurde, für ihre Reinhaltung zu sorgen.

Verkehr

Offenbachs Luft ist zu schmutzig

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Das hessische Umweltministerium hat die Stadt aufgefordert, für reinere Luft zu sorgen. Sonst könnten Anwohner klagen. Kommt jetzt eine Umweltzone? Oder noch mehr Tempo 30?

Dürfen Autofahrer künftig nur noch mit einer Umweltplakette in die Stadt fahren wie in Frankfurt? Müssen Lastwagen nachts bestimmte Straßen meiden oder reicht es, wenn die Ampelschaltung optimiert wird? Die Luft in Offenbach ist so schmutzig, dass die Stadt vom hessischen Umweltministerium aufgefordert wurde, für ihre Reinhaltung zu sorgen.

Wie, steht noch nicht fest. Die Liste der Möglichkeiten ist lang. Sie reicht von der Förderung attraktiver Alternativen zum Auto über verkehrsparende Siedlungsentwicklung bis eben zu jenen Plaketten, die nur schadstoffarmen Autos die Einfahrt ins Stadtgebiet erlauben und Dreckschleudern draußen halten. Offen ist, ob sich die Plakettenpflicht nur auf die Kernstadt oder auch auf Bieber, Bürgel, Rumpenheim, Waldheim und Waldhof erstrecken soll.

"Sollten die Bürger die große Variante wünschen, wird die vom Ministerium berücksichtigt", sagt Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne). "Das ist so abgesprochen."

Bei so schmutziger Luft, wie sie in Offenbach 2009 gemessen wurde, schreibt die EU-Luftqualitätsrichtlinie vor, dass die Städte einen Luftreinhalteplan aufstellen müssen. Der legt fest, wie die Luft wieder sauberer werden kann. Anderenfalls hätten Anwohner das Recht, reine Luft einzuklagen.

Ministerium entscheidet über die Vorschläge der Stadt

Das Prozedere ist wie folgt: Die Stadt schlägt dem Ministerium verschiedene Maßnahmen vor, das Ministerium entscheidet, welche umgesetzt werden sollen. In der kommenden Woche verabschieden die Stadtverordneten die sechs Vorschläge des städtischen Amts für Umwelt, Energie und Mobilität.

Der Luftreinhalteplan soll laut Simon so gestaltet werden, dass er auch als Lärmaktionsplan taugt. "Wir denken beides zusammen", sagt sie. Angeblich favorisiert sie keinen der sechs Vorschläge. "Ich bevorzuge die Variante, die laut Ministerium die größte Wirkung hat", sagt sie. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte Offenbach 2005 gemeinsam mit Frankfurt den Luftreinhalteplan entwickelt. Die Einführung der Umweltplakette wäre dann in einem Aufwasch erfolgt. Damals sei Offenbach für das Ministerium aber noch nicht an der Reihe gewesen.

Im Gespräch ist auch, die Fahrgeschwindigkeit zu senken und in der Bieberer Straße zwischen Hebestraße und Berliner Straße und in der Mainstraße zwischen Artur-Zitscher-Straße und Kaiserstraße nachts Tempo 30 einzuführen. Die Mainstraße könnte nachts für Lastwagen gesperrt sein. "Geschwindigkeitsreduzierung bringt immer was", sagt Hartmut Luckner aus dem Umweltamt.

Die Verlegung der Schiffsanlegestelle an der Mainstraße ist auch möglich. Simon möchte prüfen lassen, ob die dort pausierenden Schiffe für einen Teil des Stickstoffdioxid-Ausstoßes verantwortlich sind.

Andere Vorschläge zielen auf eine Verkehrssteuerung mit Hilfe eines Verkehrsrechners ab, der Autos in Spitzenzeiten umleitet und Bussen ein Vorfahrtsrecht einräumt. Das Ministerium entscheidet bis Ende Mai.

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