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Abdelkader Rafoud ist gut vernetzt.
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Abdelkader Rafoud ist gut vernetzt.

Offenbach

Offenbach:Rafoud erneut Vorsitzender des Ausländerbeirats

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Abdelkader Rafoud wurde zum fünften Mal in Folge an die Spitze des Gremiums gewählt. Der 63-Jährige will weiter als Brückenbauer agieren.

Das Telefon klingelt. „Ich brauche dich ganz dringend“, sagt die Stimme am anderen Ende der Leitung. Abdelkader Rafoud vertröstet seinen Gegenüber um eine halbe Stunde. Der 63-Jährige ist ein gefragter Mann in Offenbach. Am Mittwoch ist er zum fünften Mal in Folge zum Vorsitzenden des Ausländerbeirats gewählt worden. Dem Gremium gehört der gebürtige Marokkaner seit 1987 an, im Vorstand ist er seit 1997, seit 2001 ist er dort Chef. Außerdem sitzt er seit 2006 für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung.

Es sind vor allem Migrantenvereine oder Moscheegemeinden, die Rafoud anrufen, wenn sie ein Problem haben oder einen Rat brauchen. „Wir haben ein gutes Netzwerk in Offenbach“, sagt er. Die Vereinsvorsitzenden kennt er alle persönlich, die Wege sind kurz. Die größte Aufgabe ist und bleibt bei einem Anteil von 64 Prozent Migrantinnen und Migranten die Intensivierung der Integration sowie der interreligiöse und interkulturelle Dialog, betont Rafoud. Der Ausländerbeirat ist für die kommende Legislaturperiode heterogener geworden. Statt fünf sind acht verschiedene Listen und Parteien vertreten. Die Griechische Gemeinde ist wieder vertreten, die serbische Liste ist genauso erstmals dabei wie die Piraten sowie eine weitere internationale Liste. Und die Frauen haben mit 13 Sitzen erstmals eine Mehrheit in dem 25-köpfigen Parlament. Die Wahlbeteiligung von gerade einmal 5,04 Prozent macht Rafoud aber traurig, obwohl sie besser als 2016 (2,12 Prozent) war.

Riesige Wahllisten

Zum einen hat das Gremium es verpasst, sich rechtzeitig darum zu bemühen, die Briefwahl auch für den Ausländerbeirat anzubieten. Zum anderen schrecken die riesigen Wahllisten sowie das Kumulieren und Panaschieren auch Migrantinnen und Migranten ab. „Dann gibt es auch viele Menschen, die sich darauf verlassen, dass sie jemanden in ihrem Verein oder jemand aus dem Beirat kennen, der sich um ihre Probleme kümmert“, berichtet Rafoud. Die jüngere Generation würde sich hingegen in den Parteien engagieren, da der Ausländerbeirat nur ein Antragsrecht im Stadtparlament hat.

In der vergangenen Legislaturperiode nahm Bürgermeister Peter Freier (CDU) an den meisten Sitzungen teil und trug die Anliegen des Ausländerbeirats in die Verwaltung. „Die Zusammenarbeit mit dem Magistrat ist gut“, findet Rafoud. In den vergangenen Monaten war und ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor allem Gesundheitsdezernentin Sabine Groß eine wichtige Ansprechpartnerin. „Wir bekommen die Informationen aus dem Verwaltungsstab und geben sie an die Vereine und Moscheegemeinden weiter“, sagt Rafoud.

Die Menschen seien depressiv geworden und Corona hätte sehr viele Familien betroffen. Da das Vereinsleben weitestgehend ruhe, seien die Moscheen die einzigen Orte, die mit den täglichen fünf Gebeten eine Aktivität anböten.

Dauerbrenner Abdelkader Rafoud will in der kommenden Legislaturperiode nicht auf die Pauke hauen, sondern die Parteien und den Magistrat für die Themen des Ausländerbeirats gewinnen. „Wir wollen als Brückenbauer agieren.“

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