Offenbach

Offenbacher Stadtarchiv schon wieder geöffnet

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Retter in der Not: Zwei Stadtverordnete verhindern mit ehrenamtlichen Engagement die geplante dreimonatige Schließung des Offenbacher Stadtarchivs.

Drei Monate lang sollte das Stadtarchiv wegen des Weggangs seiner Chefin Anjali Pujari und der Neubesetzung der Stelle bis zum Januar geschlossen bleiben. Doch nach nur einwöchiger Zwangspause ist es ab heute wieder geöffnet. Zu verdanken ist das den Stadtverordneten Brigitte Koenen (Grüne) und Harald Habermann (SPD), die ehrenamtlich dienstags und donnerstags im Archiv aushelfen.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), der auch Personaldezernent ist, dürfte erleichtert sein. Denn die CDU hatte ihn wegen der geplanten vierteljährlichen Schließung kritisiert und beanstandet, dass er keine temporären Umsetzungen oder die kommissarische Vertretung der Amtsleitung geprüft habe.

Koenen berichtet, sie sei von sehr vielen Menschen auf die Schließung des Archivs angesprochen worden. „Tu was, Brigitte“, hätten die Leute zu ihr gesagt. Daraufhin habe sie dem OB angeboten, Öffnungszeiten zu übernehmen. Habermann habe sich ihr angeschlossen. Der freiwilligen Tätigkeit stehe nichts im Wege. „Wir Stadtverordnete gelten als Vertrauenspersonen.“

Schwenke zufolge hat die Schließung des Archivs nicht allein mit dem Stellenwechsel zu tun, sondern auch mit dem unerwarteten mehrwöchigen Ausfall einer Mitarbeiterin. Das Offenbacher Stadtarchiv besteht inklusive Leitung aus drei Stellen. Zum Vergleich: In Darmstadt sind es vier, in Hanau zwei und in Frankfurt (bei deutlich größerem Aufgabenbereich) 61.

Schwenke weist den Vorwurf zurück, er hätte Pujari bis zur Nachbesetzung ihrer Stelle in Offenbach halten müssen. Sie sei Beamtin und habe den Wechsel zum Wiesbadener Archiv beantragt. In einem solchen Fall einigten sich alter und neuer Dienstherr einvernehmlich auf ein Datum. „Für mich war klar, dass ich einer verdienten Beschäftigten bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung keine Steine in den Weg lege. Alles andere wäre ein mieser Stil“, so der OB.

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