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So sah das Tack-Areal vor rund zehn Jahren noch aus.  

Offenbach

Offenbacher Osten: Garagen statt Reihenhäuser

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Wohnbaupläne sind endgültig vom Tisch: Das Tack-Areal im Offenbacher Osten bleibt ein Gewerbegebiet.

Nur drei Gehminuten sind es vom S-Bahn-Halt Offenbach Ost bis zur Siemensstraße, wo sich auf dem Gelände der ehemaligen Schuhfabrik Tack eine mehrere Hektar große Brache ausbreitet. Ein idealer Standort für neuen Wohnraum, sollte man meinen. Doch weil das angrenzende Gewerbegebiet mit einer Müllsortieranlage und mehreren Lackierereien zu viele Emissionen absondert, musste ein Investor bereits vor Jahren seine Pläne aufgeben, an dieser Stelle 70 Reihenhäuser zu bauen. Nun zieht die Kommune auch planerische Konsequenzen: Einstimmig haben die Offenbacher Stadtverordneten in der vergangenen Woche beschlossen, den zum Areal gehörigen Bebauungsplan aufzuheben.

Zwischen Siemens- und Daimlerstraße entsteht künftig also ausschließlich weiteres Gewerbe. Das entspricht auch der Festlegung im „Masterplan 2030“, an dem sich die Offenbacher Stadtplanung orientiert. Sowieso wurden in der Zwischenzeit auf Teilen der Brache Fakten geschaffen: So hat die Garagen und Lagerpark GmbH dort 182 Garagen gebaut, die auch als Lagerräume genutzt werden. Nebenan eröffnete DHL im Herbst 2019 eine Paketsortierungshalle mit 30 Verladetoren. Etwa 90 Menschen arbeiten dort – 60 davon als Zustellerinnen und Zusteller. Laut Planungsdezernat gebe es zudem mehrere Interessenten, die auf der verbliebenen Fläche bauen wollen – was genau, wurde noch nicht bekannt.

Für die Stadt bringt der Umzug von DHL städtebauliche Chancen mit sich: Denn auf dem bisherigen Gelände der Zustellbasis im zentrumsnahen Senefelderquartier wird über ein Hektar Platz frei. Die Nassauische Heimstätte will dort nach dem Abriss des Bestands ab 2021 rund 300 Mietwohnungen errichten.

Die Entwicklung des Gewerbegebiets im Offenbacher Osten zeigt, dass in der Stadt neben Wohnraum durchaus auch Gewerbeflächen gesucht werden. Chef-Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger betont, dass es wichtig sei, bebaubare oder vermietbare Gewerbeflächen vorzuhalten – auch für den Fall, dass sich ein Offenbacher Unternehmen vergrößern will. So konnte die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr etwa Gewerbeflächen direkt gegenüber dem Tack-Areal vermitteln: In einem Gebäude, wo sich bis zum Umzug an den Kaiserlei 2016 die lokale Niederlassung von Mercedes-Benz befand, vertreibt die Gesund Arbeiten GmbH seit 2019 mit 86 Mitarbeitenden Büromöbel. Die Firma hatte sich am bisherigen Standort nahe dem Hauptbahnhof nicht mehr vergrößern können.

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