Da ist noch Luft nach oben: die Frankfurter Straße auf Höhe der abgerissenen City-Passage.
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Da ist noch Luft nach oben: die Frankfurter Straße auf Höhe der abgerissenen City-Passage.

Shopping in Offenbach

Offenbacher Fußgängerzone soll interessanter werden

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die Stadt Offenbach will 2018 ein "Zukunftskonzept" für die Innenstadt erarbeiten lassen, um sie attraktiver zu machen. Rund um die Frankfurter Straße haben sich diverse neue Restaurants und Imbisse angesiedelt.

Helma Fischer blickt mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr, denn der Offenbacher Innenstadt stehen einige Veränderungen bevor. So macht sich die Inhaberin der Steinmetz’schen Buchhandlung in der Frankfurter Straße etwa Gedanken über den Marktplatzumbau. Im März sollen hier nach langem Hin und Her die Bauarbeiten beginnen, die Fußgängerzone soll dadurch unter anderem besser an den beliebten Wilhelmsplatz angebunden werden. „Verkehrstechnisch“, sagt Fischer, werde die Bauphase sicherlich „problematisch“ – auch wenn die Stadt 200 000 Euro in die Öffentlichkeitsarbeit zum Umbau steckt.

Auf der anderen Seite freut sich die Buchhändlerin auf den ab 2020 neu gestalteten Platz und darauf, dass sich auch neben ihrem seit den 1830ern existierenden Buchladen etwas tut: Nach monatelangen Verzögerungen wurde dort vor Weihnachten das Betongerippe der alten City-Passage abgebrochen. Der Weg für das „Rathaus-Center“ – ein neues Einkaufszentrum mit Supermarkt und Geschäften – ist somit frei. Anstelle der Brache entsteht die mit rund 60 Metern längste Schaufensterfront an der Frankfurter Straße.

Um den innerstädtischen Wandel in planerische Bahnen zu lenken, hat die Stadt mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK) und dem IHK-nahen Verein „Offenbach offensiv“ die Erstellung eines „Zukunftskonzepts“ für die Innenstadt angestoßen. Zurzeit wird eine Ausschreibung dafür vorbereitet. Damit auch Ideen aus Einzelhandel und Stadtgesellschaft einfließen können, ist eine öffentliche Beteiligung vorgesehen – wie genau diese aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner hat bereits klare Vorstellungen davon, wohin es gehen soll mit Offenbachs City: „Man muss die Innenstadt ein Stück weit neu erfinden“, sagt er. Gefragt sei heute ein Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit, Dienstleistungen, Gesundheit und Kultur. Die Innenstadt müsse mehr zum „Treffpunkt“ werden, der Aufenthalt dort müsse ein „Erlebnis“ sein.

Selbst wenn ein „Erlebnisort“ Offenbacher Innenstadt nach Zukunftsmusik klingt, lassen sich aus einem „Zukunftskonzept“ im Idealfall fachkundige Handlungsempfehlungen für die Lokalpolitik ableiten. Dass Handlungsbedarf besteht, sehen in der Stadt viele so – obwohl manche die Fußgängerzone gerade wegen der vergleichsweise niedrigen Preise und dem migrantisch geprägten Einzelhandel schätzen.

Bei der IHK ist die Bewertung des Ist-Zustandes jedoch klar negativ. Der Strukturwandel im Einzelhandel habe dem Stadtzentrum in den letzten Jahren „sichtbar zugesetzt“, sagt Weinbrenner. Dazu kämen „Offenbacher Themen“ wie geringe Kaufkraft und starke regionale Konkurrenz. Namhafte Geschäfte wie Saturn haben der Stadt den Rücken gekehrt. Und lange Leerstände zögen das Umfeld in Mitleidenschaft, heißt es im aktuellen Jahresbericht der Wirtschaftsförderung. Für Belebung im östlichen Teil der Frankfurter Straße habe jedoch die Neuansiedlung von TK Maxx in dem ehemals von Saturn genutzten Warenhaus geführt, heißt es in dem Bericht auch. Sowieso gab es 2017 – noch ohne Zukunftskonzept – einige Neuansiedlungen in der Innenstadt. Vor allem das gastronomische Angebot ist gewachsen: So gibt es zum Beispiel neue griechische und japanische Restaurants, gleich mehrere neue Burgerbratereien und eine neue italienische Konditorei.

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