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Versteckt sich noch hinter Deich und Bäumen: das von der Hochschule für Gestaltung genutzte Isenburger Schloss. Foto: Rolf Oeser
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Versteckt sich noch hinter Deich und Bäumen: das von der Hochschule für Gestaltung genutzte Isenburger Schloss. Foto: Rolf Oeser

Stadtentwicklung in Offenbach

Offenbacher City soll dem Fluss näherkommen

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Der Maindamm in Offenbach könnte am Isenburger Schloss einer mobilen Schutzwand weichen, damit eine Blickachse zur Innenstadt entsteht. Fachleute haben aber Bedenken.

Das Isenburger Schloss ist ein Wahrzeichen der Stadt Offenbach – aber ein verstecktes. Zwar steht der in kräftigem Rot gestrichene Renaissance-Bau direkt am Mainufer, doch kann man ihn von dort aus nur schlecht erkennen: der Maindeich und die Bäume darauf verdecken teilweise die Sicht.

Die notwendige und vom Regierungspräsidium Darmstadt geforderte Sanierung des Maindamms will die Stadt deshalb zum Anlass nehmen, um den Erdhaufen vor dem Schloss auf 90 Metern Länge komplett verschwinden zu lassen. Eine mobile Schutzwand, wie sie etwa in Köln existiert, soll hier bei Hochwasser zum Einsatz kommen.

„Es war uns städtebaulich wichtig, die Stadt hier wieder ein kleines Stück an den Main zu bringen“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) nun bei einer Anhörung des Regierungspräsidiums zur Sanierung des vor rund 125 Jahren gebauten Deichs. Es war die letzte Aussprache der beteiligten städtischen Akteure und betroffenen Anwohner, bevor alle Unterlagen final zur Prüfung beim Regierungspräsidium landen. Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung fallen, ob Offenbach die Pläne so umsetzen kann oder nicht.

Sanierung der Deiche ist teuer

Die Stadt ist für die rund 14 Millionen Euro teure Sanierung der Deiche zwischen Carl-Ulrich-Brücke und ehemaligem Allessa-Areal zuständig sowie für ein Stück am Rumpenheimer Schloss und eines kurz vor Mühlheim. Bereits 2011 hatten die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss zur Deichsanierung gefasst, es folgte eine Bürgerbeteiligung und eine Überarbeitung der Pläne, nachdem unter anderem die Feuerwehr und der Eigenbetrieb der Stadt Offenbach (ESO) Bedenken an der Sicherheit des geplanten mobilen Hochwasserschutzes geäußert hatten.

Wie nun deutlich wurde, sind diese Bedenken nicht verschwunden. Zwar soll die mobile Wand doppelt ausgeführt und mit riesigen Stahlpollern vor schwimmenden Gegenständen wie der Rumpenheimer Fähre geschützt werden. Der stellvertretende ESO-Leiter Christian Loose wies jedoch darauf hin, dass ein statischer Hochwasserschutz wie der Maindamm „immer effektiver“ sei als eine mobile Variante. Diese käme in der Regel auch nur dort zum Einsatz, wo kein Deich vorhanden sei.

Die mobilen Wände müssen in mehrtägiger Arbeit von der Wasserwehr aufgebaut werden. Wann ein Hochwasser die Stadt erreicht, ist zwar vorher bekannt. Doch müsse am Schloss dann ein Teil der Mainstraße fünf Tage gesperrt werden – auch bei jährlichen Auf- und Abbauübungen. Ein Vertreter der Feuerwehr wies bei der Anhörung darauf hin, dass die Dammöffnung „ausgerechnet am tiefsten Punkt der Stadt“ erfolgen soll. Anwohner Rüdiger Morgenweck, der in der Nähe wohnt, kritisierte unter anderem, dass sich eine mobile Wand nicht mit Sandsäcken erhöhen lässt – was wohl allerdings auch bei Deichen nur bedingt hilft. Auf Nachfrage teilte er mit, dass ihm auch die Zwischenträger der mobilen Wand Bedenken bereiten, da diese nur durch Schrauben an einem Bodenanker befestigt seien. Beim planenden Ingenieurbüro ipr-Consult heißt es dazu: „Die Stützen werden zur Ableitung von Druckkräften in den Untergrund mit statisch nachgewiesenen Schrauben an Ankerplatten im Boden befestigt, die in den Betonuntergrund eingegossen sind.“

Dort, wo der Deich bleibt, wird er durch Spundwände verstärkt. Viele Bäume bleiben erhalten – das jedoch erfordert eine spezielle Konstruktion. Leicht ansteigen wird durch die Sanierung wohl das Grundwasser in der Innenstadt, allerdings nicht im problematischen Bereich, wie Ingenieure betonten. Damit im Fall eines Starkregens und gleichzeitigem Hochwasser die Innenstadt nicht vollläuft – die Tiefgarage unter Morgenwecks Haus stand dieses Jahr schon zweimal voller Wasser – ist ein Pumpwerk am Deich geplant. Die Entscheidung, ob die Pläne sicher genug sind und umgesetzt werden können, liegt nun beim Regierungspräsidium.

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