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Auf diesem Areal sollen rund 600 Wohnungen entstehen.
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Auf diesem Areal sollen rund 600 Wohnungen entstehen.

Offenbach

Offenbach: Zankapfel Waldhof-West

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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In Offenbach fordert die Opposition einen Planungsstopp in dem Neubaugebiet Bieber Waldhof-West. Planungs- und Baudezernenten Paul-Gerhard Weiß (FDP) reagiert verärgert.

Nachdem fast alle Fraktionen der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung zu Wort gekommen waren, trat Paul-Gerhard Weiß (FDP) ans Mikrofon. „Es ist mir unverständlich, wie man zu dem Schluss kommen kann, wenn die Bevölkerungsdynamik noch schneller ist als wir angenommen haben, müssen wir weniger Baugebiete ausweisen. Diese Logik erschließt sich mir nicht“, sagte der Bau- und Planungsdezernent.

Die Oppositionsfraktionen aus CDU, Linken, Freien Wählern und Ofa (Offenbach für alle) forderten in der Sitzung am Donnerstag den Planungsstopp für das Baugebiet Bieber Waldhof-West. Der Masterplan der Stadt Offenbach, der 2015 aufgestellt und 2016 beschlossen wurde, ging von 130 000 Einwohner:innen im Jahr 2030 aus. 2021 sind es bereits 140 000. „Es ist längst an der Zeit zu überprüfen, ob der Masterplan überhaupt noch eine Aussagekraft für die Offenbacher Stadtentwicklung hat“, sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Sven Malsy. „Wir wollen eine Auswertung des Masterplans. Die Zukunft unserer Stadt wird nicht mit Plänen von gestern gemacht.“ Es brauche Schulen, Kindergärten, Nahverkehr und Straßen bei der Erschließung eines neuen Wohnbaugebietes. Die Frage sei, ob die Stadt sich das leisten könne.

Die ganze Widersprüchlichkeit des gemeinsamen Antrags machte eine Pressemitteilung der Freien Wähler deutlich: „Die ergebnisoffene Evaluierung des Masterplans, unter Berücksichtigung aller aktuellen Entwicklungen und Erkenntnisse, kann aus Sicht der Freie Wähler Offenbach nur ergeben, dass die Grenzen des Wachstums dieser Stadt vorerst erreicht sind und auch aus Klima- sowie Naturschutzgründen auf das Baugebiet Waldhof-West verzichtet werden kann.“

Die Grünen-Stadtverordnete Sabine Leithäuser fand es mit Verweis auf Freie Wähler und CDU erstaunlich, dass am Antrag zwei Parteien beteiligt seien, „die vor nicht geraumer Zeit den Beschluss zur Weiterplanung in Bieber Waldhof-West zugestimmt haben.“ Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dominik Schwagereit verwies darauf, dass, wenn man bezahlbaren Wohnraum haben wolle, diesen bauen müsse. Von den 600 geplanten Wohnungen sollen 30 Prozent gefördert sein und 30 Prozent genossenschaftliches Wohnen beinhalten. Baubeginn könnte frühestens 2026 sein.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Hinkel vermutete gar die Bürgerinitiative Natürlich Waldhof West als trojanisches Pferd in dem Antrag. Die BI verweist in ihrer Erklärung darauf, dass Waldhof-West eines der wenigen verbliebenen Kaltluftentstehungsgebiete in der Stadt sei und Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum verlieren würden. „Die Rücksicht auf bestehende Biotope ist in den sehr modernen städtebaulichen Wettbewerb als Kriterium geflossen“, betonte Weiß. Der Antrag wurde mit Mehrheit der Koalition abgelehnt.

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