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Das zweite Projekt des Architekturbüros Stefan Forster in Offenbach: Auf 350 Metern Länge entstehen sechs teilverklinkerte Bauten.

Offenbach

Offenbach: 191 Wohnungen entstehen direkt am Bahndamm

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Zwischen Feldstraße und Gleisen entstehen in Offenbach 191 Mietwohnungen. Die sechs Neubauten des Architekturbüros Stefan Forster lassen Platz für einen möglichen Ost-West-Radweg durch die Stadt.

Wie zuletzt in Sachsenhausen, so füllen sich seit geraumer Zeit auch in Offenbach die letzten Baulücken direkt neben dem Bahndamm, der quer durch die Stadt führt. An der Feldstraße im Stadtteil Lindenfeld wird für ein Neubauprojekt des Frankfurter Entwicklers Mainterra seit ein paar Wochen nun sogar ein Stück nicht mehr benötigten Bahndamms, auf dem einmal Abstellgleise lagen, abgetragen. Auf dem so gewonnenen Bauland entstehen auf 350 Metern Länge in sechs fünfgeschossigen Gebäuden 191 Mietwohnungen.

Dem Projektentwickler zufolge ist eine Mischung aus Ein-, Zwei-, Drei- und Vierzimmer-wohnungen geplant. Funktionsräume wie Bäder und Küchen werden wegen des Bahnlärms auf der Seite der Schienen liegen – das ist bei solchen Projekten mittlerweile üblich. Zudem habe man sich mit der Stadt darauf geeinigt, rund 60 Wohnungen zu Quadratmeterpreisen knapp unter zehn Euro kalt zu vermieten, heißt es bei Mainterra. Wie hoch die Mieten der restlichen Wohnungen sein werden, stehe noch nicht fest. Unter den Bauten entsteht eine Tiefgarage mit 107 Autostellplätzen. Anfang 2022 soll alles fertig sein.

Hier soll ein aufgeräumter, kleiner Park entstehen.

Das Projekt zeigt wieder einmal, wie hoch der Druck auf dem Wohnungsmarkt in der Region ganz allgemein und speziell in der Stadt Offenbach ist, die jedes Jahr um rund 2000 Einwohnerinnen und Einwohner wächst. Denn die Neubauten liegen eingezwängt zwischen den Lärmquellen Straße und Schiene an einer Stelle, die vor einigen Jahren wohl noch kein Projektentwickler angefasst hätte – zumal wenige Meter von den Neubauten entfernt bald auch noch eine Lärmschutzwand hochgezogen wird.

Trotzdem wartet das Projekt, anders als die ebenfalls am Bahndamm liegende, eher gesichtslose neue Wohnanlage einige Hundert Meter westlich, mit Besonderheiten auf. So konnte man das Frankfurter Architekturbüro Stefan Forster für die Planung der Bauten gewinnen. Nach der rot verputzten „Mainzeile“ im Hafengebiet ist das Projekt in der Feldstraße das zweite Vorhaben des für seine Fassadengestaltungen bekannten Büros in Offenbach. Wie bei Forster-Neubauten üblich, werden auch Teile der Fassaden an der Feldstraße verklinkert. „Ich glaube, das Projekt wertet die ganze Ecke dort auf“, sagt Christian Raabe von Mainterra.

Ost-West-Radtrasse möglich

Eher selten ist auch, was zwischen den Neubauten und der künftigen Lärmschutzwand geplant ist: Anliegergärten, mitten in der Stadt. Zudem wurde Platz gelassen für einen Radweg, den die Stadt dort vielleicht bauen will. Beim Planungsdezernat heißt es, dass laut „Masterplan 2030“, an dem sich die Stadtentwicklung Offenbachs orientiert, eine Radwegeverbindung in Ost-West-Richtung durch die Stadt, entlang der Bahntrasse, vorgesehen sei. Eine konkrete Planung, die auch Brücken beinhalten müsste, gibt es für diesen Radweg zwar noch nicht. Doch das Vorhaben der Mainterra halte „diese Möglichkeit grundsätzlich weiter offen“, sagt Jürgen Weil, der Referent des Planungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß (FDP).

Deutlich konkreter sind die Pläne für die Sanierung eines kleinen Parks, der an ein Kiosk am Eingang der Fußgänger-Gleisunterführung direkt neben dem Baugrundstück angrenzt. Hier sollen großgewachsene Büsche entfernt und neue Sitzbänke sowie Spielgeräte aufgestellt werden. Das Kiosk bekommt zudem eine neue Sitzecke für die Stammkundschaft.

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