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So viele Radfahrer:innen waren in Offenbach nur bei einer Fahrrad-Demo unterwegs.

Offenbach

Offenbach will Emissionen drastisch senken

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Stadt Offenbach legt ein neues Klimakonzept bis 2035 auf. Der größte Nachholbedarf besteht im Verkehrssektor.

Raus aus der Kohle bis zum Jahr 2026, Tempo 40 auf belasteten Straßen und Förderung der Elektromobilität. Das sind nur einige der über 60 Maßnahmen, die im neuen Klimakonzept der Stadt Offenbach stehen über das die Stadtverordnetenversammlung am heutigen Donnerstag abstimmen soll. Bis zum Jahr 2035 sollen demnach die CO2-Emissionen pro Kopf von sieben auf vier Tonnen gesenkt werden. „Das ist der notwendige kommunale Beitrag um den Anstieg der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken“, schreiben die Grünen in einer Mitteilung.

„Wir haben regelmäßig eine CO2-Bilanz aufgestellt und da ist ganz klar erkennbar: Es müssen mehr Anstrengungen unternommen werden“, sagt Heike Hollerbach, die Leiterin des Umweltamts. Unter anderem sei der Stromverbrauch in der Stadt gestiegen. Der in Offenbach erzeugte Strom produziere wegen der Kohleverfeuerung deutlich mehr Treibhausgasemissionen als im deutschen Durchschnitt. Im Jahr 2016 waren es 1070 Gramm pro Kilowattstunde gegenüber 600 Gramm im Bundesmix. Deshalb will die Stadt nun „alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um die Kohleverfeuerung in Offenbach bis zum Jahr 2026 zu beenden“.

Geradezu vernichtend fällt das Urteil im Klimakonzept zum Thema Verkehr aus: „Bei keiner Verkehrskategorie sind in den letzten zehn Jahren deutliche positive Trends zu erkennen, erst recht vor dem Hintergrund des zu erwartenden Anstieges des Verkehrsaufkommens durch die Bevölkerungszunahmen“, heißt es darin. Auch Heike Hollerbach fordert, dass sich der Verkehrssektor nun bewegen muss. „Es fängt beim Management der öffentlichen Flächen an“, sagt sie – sowohl beim Parkraum als auch bei der Förderung für Rad- und Fußgängerwege bis zur Förderung anderer klimafreundlicher Antriebsformen. Tempo 40 auf belasteten Straßen werde bereits jetzt geprüft.

Zwei neue Stellen schaffen

Zudem sollen auch Maßnahmen gegen Starkregen sowie gegen die Hitze an Gebäuden vorgenommen werden. „Wir haben es schon zwei Mal erlebt, dass die S-Bahn-Stationen unter Wasser standen“, sagt Hollerbach. Überdies sei die Rhein-Main-Region die Region mit den meisten Hitzetoten in Deutschland.

Um all die Maßnahmen anzukurbeln und umzusetzen, sollen unter anderem zwei Vollzeitstellen geschaffen werden. Die Förderung für den Klimaanpassungsmanager läuft aus und wird vom Bund nicht mehr gefördert. „Es wird vorausgesetzt, dass alle Kommunen das als Daueraufgabe längst im Portfolio haben“, berichtet Hollerbach. „Damit entgehen uns ganz viele Fördergelder, weil wir keine Anträge schreiben können, weil keiner da, ist sie zu schreiben.“ Die Stadt Offenbach will 6,7 Millionen Euro für die Umsetzung des Klimakonzepts von 2021 bis 2035 bereitstellen.

„Um in Offenbach weiter erfolgreichen Klimaschutz und eine gute Klimaanpassungsstrategie zu betreiben, ist das Klimakonzept unabdingbar“, sagt Sybille Schumann, die Spitzenkandidatin der Grünen für die Kommunalwahl. Dass es vorliegt, sei Grundvoraussetzung für die Erschließung von Fördergeldern, die Offenbach als relativ finanzschwache Kommune dringend brauche.

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