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Radeln auf buntem Untergrund in der Johannes-Morhart-Straße im Offenbacher Nordend.
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Radeln auf buntem Untergrund in der Johannes-Morhart-Straße im Offenbacher Nordend.

Offenbach

Offenbach will Aufenthaltsqualität selbst schaffen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Im Offenbacher Nordend werden Ideen für die Mobilität der Zukunft im Rahmen des Projekts „Beweg dein Quartier“ testweise umgesetzt. Die Kinder sind von der Idee begeistert.

Kinder ohne Bedenken auf der Straße Fahrradfahren lassen, und das auf einem bunt bemalten Boden: Seit Freitag ist das in der Johannes-Morhart-Straße in Offenbach möglich. Kinder aus dem Stadtteil haben den Asphalt zusammen mit der Künstlerin Thekra Jaziri neu angestrichen. Zudem sind zwei Spielskulpturen im Rahmen des Projekts „Beweg dein Quartier“ aufgestellt worden und liegen nun genau in der Mitte zwischen Spielplatz, Jugendzentrum und Kindergarten.

Offenbach ist die zweite Modellstadt nach Essen, in der getestet wird, wie die Mobilität von morgen aussehen kann. „Es geht darum, dass man überlegt, wie vor Ort die Räume mit den Menschen zusammen gestaltet werden können“, erklärt Astrid Großmann vom Stadtplanungsbüro Urbanista aus Hamburg. „Ein Monat Zukunft“ ist bereits am 3. September im Nordend gestartet und erlebt jetzt mit mehreren Aktionen im Stadtteil seine Höhepunkte.

„Beweg dein Quartier“ wird vom Bundesumweltministerium gefördert

Gestern wurden Plakate zum Thema Kinderrechte gestaltet, heute beginnt um 13:30 Uhr ein Inliner- und Roller-Parcour, am Mittwoch werden Seifenblasen selbst gemacht, am Donnerstag Schlüsselanhänger aus alten Fahrradreifen gebastelt und am Samstag Tagebücher erstellt. Noch bis diesen Freitag ist die Straße für den Autoverkehr gesperrt. Am Wochenende gibt es in der Ludwigstraße ein Straßenfest. Eine kleine Grünfläche in der Nähe der Schillerschule ist zu einem Pocket-Park umgestaltet worden.

„Beweg dein Quartier“ wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutz-Initiative gefördert. Im ersten Schritt geht es darum, mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen. „Urbanista, die schon das Innenstadtkonzept für Offenbach geschrieben haben, sind auf uns zugekommen“, sagt Tobias Kurtz vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement.

Zeigen, wie man Lebens- und Aufenthaltsqualität steigern kann

Im Rahmen des Städtebauprogramms habe es schon Ideen zur Mobilität und Freiflächenangebote im Nordend gegeben, die seien aber nur sehr vage formuliert gewesen. Urbanista hat nach den Workshops in Essen mehrere Projektideen nach Offenbach gebracht. „Das Ordnungsamt und die Straßenverkehrsbehörde waren sehr kooperativ“, sagt Kurtz.

In der Ludwigstraße an der S-Bahn-Haltestelle Ledermuseum sind an einem kleinen Abschnitt temporär einige Parkplätze weggenommen worden. „So war mehr Platz für Fußgänger:innen und die Außengastronomie“, sagt Großmann. Es seien zudem verschiedene Pop-up-Möbel aufgebaut worden. „Wir haben aufgezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, wenn man ein paar Parkstände rausnimmt“, erklärt die 34-Jährige. Letztlich soll gezeigt werden, wie man Lebens- und Aufenthaltsqualität in städtischen Quartieren steigern kann, und welche Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen möglich sind.

Im Anschluss ehrlich evaluieren

„Es ist ein guter Ansatz, mal auszuprobieren, wie wir es machen können, da wir noch vor großen Transformationen stehen und noch nicht genau wissen, wie es funktionieren soll“, sagt Großmann. Diese Formate seien wichtig. Genauso wichtig sei es, dass man im Anschluss ehrlich evaluiere, was gut und was nicht so gut funktioniere.

Wenn es nach den Kindern im Nordend geht, kann die Spielstraße gerne für immer bleiben.

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