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Parteichef Bruszynski (Mitte), Roland Walter, Michaela Makasz, Anja Fröhlich, Matthias Graf (v.li.).

Offenbach

Mit neuem Chef: CDU in Offenbach will stärkste Kraft werden

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Der CDU-Kreisverband Offenbach-Stadt hat am Samstag (07.03.2020) einen neuen Vorsitzenden gewählt. Andreas Bruszynski löst Stefan Grüttner nach 26 Jahren im Amt ab. Er hat ehrgeizige Pläne.

  • CDU-Kreisverband Offenbach hat neuen Chef
  • Kurz vor knapp ging noch ein Gegenkandidat ins Rennen
  • Neuer Chef Andreas Bruszynski will keinen politischen Richtungswechsel

Offenbach - Andreas Bruszynski weiß, dass er in große Fußstapfen tritt. 26 Jahre hat Stefan Grüttner die Offenbacher CDU geführt, vor ihm hatte Herrmann Schoppe das Amt 19 Jahre inne. „Unsere Kreisvorsitzenden sind also besonders nachhaltig“, sagt Bruszynski in seiner Vorstellungsrede auf dem Parteitag am Samstag. Und hat die Lacher auf seiner Seite.

Neuer CDU-Chef in Offenbach: Politisch unbeschriebenes Blatt

Der 56-jährige Rechtsanwalt, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern politisch ein eher unbeschriebenes Blatt ist, bekennt sogar, er habe sich in der zweiten Reihe ganz wohl gefühlt. „Aber wenn Sie mich vorne sehen im Sturm, bin ich bereit“, sagt er entschlossen. Die Delegierten klatschen und wählen ihn später fast einstimmig zum neuen Parteichef. Bruszynski erhält 35 Ja- und zwei Neinstimmen, eine Stimme ist ungültig.

Die Atmosphäre beim Kreisparteitag ist entspannt, obwohl der Abschied Grüttners eine Zäsur bedeutet. Doch die Offenbacher CDU sieht sich offensichtlich gut aufgestellt. „Unsere Geschlossenheit ist unsere Stärke“, sagt Bruszynski. Er versteht sich als Teil eines Teams. „Wenn ich vom Team nicht überzeugt gewesen wäre, wäre ich nicht angetreten.“

CDU Offenbach: Gegenkandidat auf den letzten Metern

Als stellvertretende Kreisvorsitzende werden Anja Fröhlich, Roland Walter und Matthias Graf bestätigt, neu dabei ist Michaela Makosz. Dem Kreisvorstand gehören vier Mitglieder der Jungen Union an.

Bruszynski war einziger Kandidat. Bis Samstagvormittag. Zur Überraschung aller Delegierten meldet ein junger Mann „mit seinem Team“ Anspruch auf den Vorsitz und auf Posten im Vorstand an. Dennis Nowack, 26 Jahre alt und erst im August 2019 in die Offenbacher CDU eingetreten, nennt es ein „Trauerspiel“, dass es nur einen Kandidaten geben soll.

CDU Offenbach: Junger Gegenkandidat unterliegt

„Das ist keine offene Partei“, sagt er und wirbt für sich und seine Mitstreiter mit dem Argument, sie seien jung, Unternehmer und hätten konkrete Projekte wie die Sanierung des Hauptbahnhofs. „Ich habe noch nicht die Erfahrung wie andere, aber ich bin lernfähig“, sagt Nowack.

Überzeugen kann er die Delegierten nicht, aber Peter Freier als Versammlungsleiter lädt ihn später dazu ein, sich in die CDU einzubringen, „denn wir freuen uns über jedes Mitglied“. Aktuell hat die Partei in Offenbach 370 Mitglieder, 200 weniger als 2012.

CDU Offenbach: Kein politischer Richtungswechsel

Bruszynski sagt, einen politischen Richtungswechsel dürfe man von ihm nicht erwarten. Sein Ziel sei es, dass die CDU in Offenbach stärkste Kraft werde und das Landtagsmandat, das Grüttner 2018 an den Grünen Tarek Al-Wazir verloren hatte, zurückzuerobern.

Grüttner kündigt in seiner Abschiedsrede an, er werde sich aus der politischen Arbeit nicht zurückziehen. Der Parteitag wählt ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Damit hat er Sitz und Stimme im Kreisvorstand und im geschäftsführenden Kreisvorstand.

CDU Offenbach: Schulbausanierung als Kernthema

Grüttner richtet mahnende Worte an die Freien Wähler, die ein im Koalitionsvertrag vereinbartes Neubaugebiet jüngst ablehnten. Der Wahlkampf nehme zwar Fahrt auf, „aber diese Koalition wird bis zum Ende der Wahlperiode Bestand haben“.

Walter, der auch Fraktionschef ist, nennt als „Kernthemen“ die Umsetzung des Masterplans, Schulbausanierung, Sicherheit und Ordnung. „Wir haben alle unsere Versprechen umgesetzt.“ Für die Kostenexplosion beim Kaiserleiumbau sei die Vorgängerregierung verantwortlich, weil sie den Frankfurter Anteil an dem Projekt nicht „gedeckelt“ habe.

Der Neue

Andreas Bruszynski ist seit Samstag neuer Kreisvorsitzender der Offenbacher CDU. Der 56-Jährige, gebürtiger Offenbacher, verheiratet, Vater einer Tochter, arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt in Offenbach.

In die Junge Union trat Bruszynski 1980 bei, in die CDU Anfang 1982. Seit 2010 ist er Schriftführer im Kreisvorstand , seit Dezember 2019 übt er diese Funktion auch im CDU-Bezirksvorstand Frankfurt/Rhein-Main aus.

Der Stadtverordnetenversammlung gehört Bruszynski seit 2016 an. Seit 2019 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und auch Fraktionsgeschäftsführer. Außerdem engagiert er sich als Kreisvorsitzender in der Mittelstandsvereinigung Offenbach. ags

Von Agnes Schöneberger

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