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Die 1978 eröffnete Edith-Stein-Schule soll bis Ende 2022 saniert und erweitert werden.

Edith-Stein-Schule 

Asbestfrei für 30 Millionen Euro

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Die Edith-Stein-Gesamtschule in Offenbach soll bis Ende 2022 erweitert und saniert werden.

Asbestbelastet, veraltete Technik, nicht barrierefrei und inzwischen viel zu klein: Die Edith-Stein-Schule, eine integrierte Gesamtschule mit rund 780 Schülern, hat so einige Probleme. Mit einer groß angelegten Sanierung und Erweiterung will die Stadt die Schule jetzt zukunftsfähig machen.

Knapp 30,6 Millionen Euro soll das kosten – als die Stadt Anfang vergangenen Jahres Sanierung und Erweiterung ankündigte, ging man noch von Kosten in Höhe von etwa 23 Millionen Euro aus. „Da war allerdings nicht die energetische Fassadensanierung berücksichtigt“, sagt Anna Heep, stellvertretende Leiterin der Stadtplanung.

Eine „vernünftige Entscheidung“ nennt Stadtrat und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) die Aufnahme der Fassadensanierung in das Bauprojekt. „Es wäre falsch verstandene Sparsamkeit, wenn wir die Fassadensanierung nicht berücksichtigen würden“, sagt er. In spätestens acht Jahren müsste sonst wieder an der Schule saniert werden. Immerhin: Knapp 10,6 Millionen Euro kann die Stadt aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP II erhalten.

Eröffnet wurde die Schule 1978, nur neun Jahre später musste sie bereits umfangreich saniert werden: Beim Bau wurde nämlich Asbest verwendet. „Die betroffenen Stellen im Zwischendeckenbereich wurden damals mit einer schwarzen Isoliermasse zugeschichtet“, sagt Heep, „das erfolgte nach dem damaligen Stand der Technik. Dass das Material schon nach 30 Jahren erschlafft ist und Asbestfasern austreten, konnte man seinerzeit nicht wissen.“

Dass beim Bau auch bei Fliesenklebern asbesthaltige Stoffe verwendet wurden, war über Jahre unbekannt und kam erst durch neue Untersuchungen zu Tage. Eine Gesundheitsgefahr für Schüler und Lehrer bestehe aber momentan nicht.

Mit rund 17,6 Millionen Euro ist die Sanierung des Hauptgebäudes der größte Posten in der Rechnung, der neue Erweiterungsbau, der wegen steigender Schülerzahlen notwendig wird, schlägt nach bisherigen Schätzungen mit 8,8 Millionen Euro zu Buche. Satte 4,2 Millionen Euro kosten die Klassenraum-Container, die ab Oktober auf dem Sportgelände der Schule aufgebaut werden. Die Stadt werde diese mieten, um den Betrieb der Schule während der knapp dreijährigen Bauzeit zu gewährleisten.

Ein Ankauf der Container, um diese für weitere anstehende Sanierungsprojekte zu nutzen, rechne sich nicht, sagt Weiß. „Außerdem fehlt es uns in der Stadt an Lagermöglichkeiten.“ Da der komplette Schulbetrieb für die Bauzeit in die Container ausgelagert werden muss, werden zwei dreistöckige Containerzeilen mit Außentreppe errichtet. Die Zufahrt zur Baustelle soll dann vom Gravenbruchweg aus über den westlichen Parkplatz beim Fechtclub erfolgen.

Auf dem Gelände zwischen Hauptgebäude und Sportplatz soll bis Herbst 2020 der zweistöckige Erweiterungsbau mit seinen knapp 2740 Quadratmetern Fläche errichtet werden. „Der Schulhof wird sich also etwas verkleinern, aber er ist momentan auch sehr großzügig“, sagt Weiß. Für die Bäume auf dem Hof, die für den Erweiterungsbau gefällt werden müssen, sollen nach Abschluss der Arbeiten an anderer Stelle auf dem Schulgelände neue gepflanzt werden.

Der Erweiterungsbau soll einen verglasten Innenhof erhalten und vorrangig den neuen Gymnasialzweig der Gesamtschule beherbergen. „Eine gymnasiale Oberstufe ist ein alter Wunsch in der Stadt, doch bisher gaben die Schülerzahlen das nicht her“, sagt Weiß.

Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus im Herbst 2020 soll dann das Hauptgebäude saniert werden. Neben der Asbestbeseitigung müssten dort auch Boden, Wände und Decken erneuert und die Technik ausgetauscht werden. Ein Aufzug und behindertengerechte Toilettenräume sollen zudem für Barrierefreiheit sorgen. Nach Abschluss der Arbeiten wird die nun fünfzügige Gesamtschule sechszügig und für rund 1030 Schüler ausgelegt sein.

Über die vom Magistrat vorgestellten Pläne für Sanierung und Erweiterung der Schule stimmen die Stadtverordneten in der kommenden Sitzung am 28. Februar ab.

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