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Vor der Impfstation im Bernardbau in Offenbach bilden sich täglich lange Schlangen.
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Vor der Impfstation im Bernardbau in Offenbach bilden sich täglich lange Schlangen.

Corona-Pandemie

Offenbach: Ruheständler eröffnen Impfstation

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand eröffnen nächste Woche eine Impfstation im Bürgerhaus Rumpenheim. Die Stadt will ihr eigenes Angebot erweitern, muss aber warten, bis der Dienstleister Ekolog Personal findet.

Im April hat Matthias Gründler seine Kinderarztpraxis im Offenbacher Stadtteil Rumpenheim an seinen Sohn weitergegeben und sich in den Ruhestand verabschiedet. Nur ab und an, wenn sein Sohn krank ist, hilft er aus. Nun hat er mit fünf weiteren Kolleginnen und Kollegen – ebenfalls alle im Ruhestand – beschlossen, der Stadt Offenbach bei ihrer Impfkampagne unter die Arme zu greifen.

„Bis auf einen Sonntag wollen wir erst einmal bis zum 22. Dezember die Stadt unterstützen“, sagt Gründler. Dafür haben sie von den Pächtern des Bürgerhaus Rumpenheim für einen symbolischen Obolus die Räumlichkeiten überlassen bekommen und wollen täglich zu dritt zwischen 300 und 400 Impfdosen verabreichen. Gleich 3000 Booster-Impfungen wollen am Samstag 18 Praxen des Vereins „Ambulante Medizin Osthessen“ verabreichen. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Hessen gestern mit.

Den Piks in den Oberarm gibt es im Bürgersaal in Rumpenheim mit Moderna, nur für unter 30-Jährige ist Biontech vorgesehen. Im Saal werden 30 bis 40 Stühle aufgestellt, damit die Menschen nicht in der Kälte oder im Regen ausharren müssen. Das passiert derzeit vor der städtischen Impfstation im Bernardbau in der Herrnstraße, die von der Firma Ekolog betrieben wird. Sie ist seit zwei Wochen komplett überlaufen. Weil sich in Offenbach auch viele Menschen aus dem Umland impfen lassen, hat der Verwaltungsstab der Stadt dem Dienstleister vorgegeben, das im Auftrag der Stadt vorgehaltene Angebot noch in diesem Jahr sogar auf fünf Prozent auszubauen.

„Das Tempo hängt ausschließlich von der Einstellung des erforderlichen Personals sowie der Verfügbarkeit von Impfstoff ab und in der zusätzlichen Impfstation vom Umbau der Räumlichkeiten“, sagt Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne). Im Stadthaus soll eine zweite Impfstation eingerichtet werden. Der Auftrag an den Dienstleister sei bereits aktuell, dass Menschen über 70 Jahre, Vorerkrankte und Menschen mit geschwächtem Immunsystem Vorrang vor anderen Impfwilligen erhalten sollen. „Wir werden das Angebot für Ältere aber noch einmal attraktiver gestalten, indem wir an den ersten Tagen der zweiten Impfstation Slots ausschließlich für Menschen über 70 Jahre vorsehen“, sagt Groß. Auch die Öffnungszeiten im Bernardbau sollen ausgeweitet werden.

Weil es aber noch dauert, haben sich Gründler und Co. entschlossen zu helfen. „Ich habe mich zunächst an den Leiter des Gesundheitsamts gewandt“, erzählt Gründler. Erst wollte er in der Impfstation helfen, dann kam mit einem weiteren Kollegen ein Impfbus ins Spiel, ehe weitere Kolleginnen und Kollegen dazu kamen und man plötzlich im Bürgerhaus war. „Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: möglichst viele Menschen in kurzer Zeit mit einer Schutzimpfung zu versorgen. Wir sind deshalb dankbar für das persönliche Engagement der Ärzte, das wir als Stadt selbstverständlich unterstützen“, sagen Schwenke und Groß.

Am Freitag ist ein Testlauf mit städtischen Mitarbeiter:innen der kritischen Infrastruktur vorgesehen. Dazu gehören unter anderem Mitglieder der Feuerwehr, Stadtpolizei, Müllabfuhr, Kindertagesstätten und Schulen. Auch am 15. und 22. Dezember finden Sonderimpfaktionen statt. An den restlichen Tagen ist das Impfangebot für alle offen.

Für jede Impfung bekommen die Ärztinnen und Ärzte 28 Euro, am Wochenende 36 Euro. Unterstützung gibt es unter anderem von Gründlers ehemaliger Kollegin aus der Praxis, schließlich muss auch medizinisches Fachpersonal vorhanden sein sowie Personen, die sich um die Formalitäten und die Sicherheit kümmern.

„Unsere Hoffnung ist, dass die Menschen tolerant mit uns sind“, sagt Gründler. Medizinisch werde alles einwandfrei laufen, für das Drumherum bittet er um Verständnis, wenn etwas nicht optimal laufen sollte. „Da wir in Offenbach überdurchschnittlich hohe Zahlen haben, hoffen wir, dass wir sie ein bisschen eindämmen können“, sagt Gründler. Ob sein Team danach weiter impft, hängt davon ab, wie weit die Stadt mit ihrem Angebot ist und wie groß der Bedarf sein wird.

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