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Schon jetzt gibt es in Bieber-Nord eine Grundschule – in angemieteten Containern.

Offenbach

Platzsparender Schulneubau

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Der Offenbacher Gestaltungsbeirat schlägt in Bieber-Nord einen Flächentausch vor. So soll der Neubau der Schule dort mehr Platz für den Pausenhof bekommen.

Ein kreativer Kniff könnte dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler der künftigen Grundschule im Offenbacher Neubaugebiet Bieber-Nord trotz engem Grundstück ín den Pausen etwas mehr Platz zum Toben und Spielen erhalten, als zunächst gedacht. So schlägt der neue Offenbacher Gestaltungsbeirat vor, die im Souterrain der Schule geplante Sporthalle fensterlos auszuführen. Das hätte den Vorteil, dass neben dem Neubau keine Böschung angelegt werden müsste – eine solche Böschung wäre nötig, um unter dem Bodenniveau Fenster anzulegen. Durch den Verzicht auf Fenster könnte wertvoller Platz gespart werden, heißt es.

Der Beirat

Das Fachgremium ist mit fünf nicht-Offenbacher Personen besetzt – drei Architekten, eine Landschaftsarchitektin und eine Stadtplanerin.

Der Beirat tagt viermal im Jahr und soll vor allem bei stadtbildprägenden Bauvorhaben in Aktion treten – als Mittler zwischen Investorinnen und Investoren und der Verwaltung. fab

Konkret stellen sich die Mitglieder des Beirats das so vor: Der durch das Wegfallen der Böschung gewonnene Platz würde dem geplanten Quartierspark im Neubaugebiet zugeschlagen – dafür könnte an anderer Stelle ein Stück des Parks für den Schulhof abgezwackt werden. Forschungen haben dem Architekten und Beiratsmitglied Ruben Lang zufolge ergeben, dass Tageslicht in Sporthallen oft sowieso eher von Nachteil sei. Für die Planung der Schule zuständig ist das Büro „blfp Architekten“ aus Friedberg. Der Vorschlag des Beirats kann bei der weiteren Planung berücksichtigt werden – muss aber nicht.

Im „Bildungskomplex Bieber-Nord“ an der Ecke Dietesheimer Straße/Willi-Bauer-Straße sollen ab 2023 eine Grundschule und eine Kita unterkommen. In dem umliegenden Baugebiet sollen in einigen Jahren rund 2100 Menschen leben.

Die Grundschule existiert in der Nähe des geplanten Neubaus seit Frühjahr bereits als Containerkomplex, der Platz für bis zu 150 Schülerinnen und Schüler bietet. Auch Sekretariat, Schulleitungsbüro und Lehrerzimmer, Toiletten sowie ein überdachter Pausenraum sind in der Containeranlage untergebracht.

Diese Zwischenlösung bringt für die Stadt erhebliche Kosten mit sich: Die Miete der 62 Raummodule beläuft sich pro Jahr auf 359 000 Euro.

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